Der FachPack-Auftritt der Folag AG stand 2013 ganz unter dem Motto «Verpackungslösungen aus Biokunststoffen». «Bio» konnten die Besucher nicht nur am Stand in der Halle 7 atmen, sondern im ganzen Messegelände sah man ständig Leute, welche die dünne Tragtasche mit der Aufschrift «natürlich Folag» in der Hand trugen; auf der Rückseite dieser Tasche wurde mit dem Hinweis «aus 60 Prozent NawaRo» auf den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffen aufmerksam gemacht.

Folag hat in den letzten Jahren eine umfassende Werkstoffkompetenz entwickelt, so dass selbst für komplexe Folienanwendungen zahlreiche Lösungen mit einem Werkstoffanteil auf Basis nachwachsender Rohstoffe zwischen 50 und 90 Prozent angeboten können. Nach der Zürcher Messe Verpackung Schweiz im April 2013, wo Folag die erste Folie aus Kartoffelschalen (Abfall) präsentiert hatte, haben Biofolien auch in Nürnberg grosse Aufmerksamkeit geweckt. Zwei Biofolien-Reihen wurden präsentiert:

  • «Natural» zeichnet sich besonders durch eine samtige Oberfläche und damit verbundene angenehme Haptik aus. Die Folien werden zur Herstellung von Tragtaschen oder zur Verpackung von Lebensmitteln, Zeitschriften und Textilien verwendet. Sie sind teilweise auch für den Kontakt mit Lebensmitteln verwendbar. Durch ihre natürliche Gleitfähigkeit sind sie perfekt für die Verarbeitung auf schnelllaufenden Maschinen geeignet. Das transluzente Material in Naturfarben ist bedruckbar und vollständig biologisch abbaubar sowie kompostierbar. Auf Anfrage ist es auch mit einer Sauerstoff-Hochbarriere erhältlich.
  • «Clear» eignet sich für unterschiedliche Verpackungsanwendungen. Neben transparenten Beuteln und Food-Verpackungsfolien gehören z.B. auch Blumenfolien oder Gewürztrichter zum Leistungsportfolio. Die transparenten, für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeigneten Folien verfügen über gute Wasserdampfpermeabilität, sind beständig gegen Öle und Fette in wässrigen Mischungen und vollständig biologisch abbaubar sowie kompostierbar.

Spricht man allgemein über Biokunststoffe, so meint man in aller Regel Werkstoffe, welche grösstenteils aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Zuckerrohr, Mais, Kartoffeln oder Tapioka-Pflanzen sind nur einige solcher bekannter Ausgangsmaterialien. Dank ihnen haben Biokunststoffe nur einen geringen Teil, der etwa aus Erdöl oder Erdgas hergestellt wird. Zahlreiche Stimmen befürworten darum die Herstellung moderner Biowerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Doch es gibt auch Gegenargumente wie z.B. die Nahrungsmittelkonkurrenz: Man sollte Kartoffeln essen und nicht für die Herstellung von Kunststoffen brauchen – so die Vorstellung einiger Kritiker. Das Folag-«Bio»-Forschungs- und Entwicklungsteam beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung von Folien, welche einerseits zu einem grossen Teil auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und andererseits keinerlei direkte oder indirekte Konkurrenz zu Nahrungsmitteln verkörpern. Ein gängiger Lösungsansatz hierzu besteht in der Nutzung von Abfällen. So forschen beispielsweise seit Januar 2010 elf europäische Institutionen unter der Leitung der Technischen Universität Graz an der Herstellung von Plastik aus Schlachtabfällen. Eine neu entwickelte Folie von Folag schlägt eine ähnliche Stossrichtung ein, verzichtet dabei allerdings auf den Einsatz von Schlachtabfällen.