Bis anhin gab es keine zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis erhältliche Presse, die einen Kartonanfall von 500 bis 2’000 kg rationell bewältigen konnte. Mit einer Schrankpresse ist der Handlingsaufwand bei dieser Menge zu gross und eine vollautomatische Kanalballenpresse benötigt viel mehr Platz. Die Lösung heisst: Dixi 60 SLS. Diese bei Toel Recycling AG erhältliche Kompakt-Ballenpresse ist nur halb so teuer als eine vollautomatische Kanalballenpresse. Mit einer Breite von nur 4’860 mm ist sie extrem kompakt und kann laufend und kontinuierlich befüllt werden (auch bei laufendem Pressvorgang). Die Kartonballen werden kantig, sind 400 kg schwer und haben die Idealmasse von 1’100 x 800 x 1’200 mm. Die Abbindung erfolgt ganz einfach – in wenigen Minuten mit den Schnellverschluss-Drähten. Durch die kurze Zykluszeit von nur 27 Sekunden ist eine Stundenleistung von ca. 1’500 kg zu erreichen. Die Dixi 60 SLS gibt es in zwei Ausführungen: Aufstellung bodeneben oder an der Rampe.

 


Ein preisgekröntes finnisches Unternehmen bringt einen Roboter auf den Markt, der uns davor bewahren soll, im Abfall zu ersticken. Bei dem ZenRobotics Recycler handelt es sich um revolutionäres roboterbetriebenes Abfallsortierungssystem. Anhand der Sensordaten kann der Roboter gewünschte Rohmaterialien (z.B. Holz, Metall, Steine) im Abfallstrom identifizieren, separieren und für die erneute Nutzung zurückgewinnen.

Die wachsende Rohstoffknappheit, die unausgeschöpften Potenziale in der Abfallwirtschaft und die komplexen Probleme bei der Abfallsortierung rufen nach einer dauerhaften, nachhaltigen Lösung. Die von der finnischen ZenRobotics entwickelte Steuertechnologie bringt das Bauschutt-Recycling einen grossen Schritt vorwärts.

Eingangsdaten mehrerer Sensoren in Echtzeit

Die ZenRobotics-Technologie trägt den Namen ZenRobotics Brain. Zum Teil ist sie nämlich ein Algorithmus, der auf den realen Funktionen des menschlichen Kleinhirns beruht. Sie verarbeitet die Eingangsdaten mehrerer Sensoren in Echtzeit, reagiert auf Veränderungen und kann aus Fehlern lernen. Als Sensoren können verschiedene Arten von Kameras, 3D-Scanner, Tastsensoren, Transilluminationssensoren, Metalldetektoren und andere Vorrichtungen eingesetzt werden.

Wertvolle Rohstoffe aus Bauschutt

Mit Hilfe des ZenRobotics-Recyclingsystems und seinen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Industrierobotern können im Bauschutt gewünschte Objekte identifiziert und so wertvolle Rohstoffe für die erneute Nutzung rückgewonnen werden. Das System ermöglicht erhebliche Einsparungen bei der Abfallentsorgung, indem Rohstoffe erkannt und aussortiert werden, die sonst verloren gehen würden. Obwohl ein Recycling Roboter von ZenRobotics rund eine halbe Million Euro kostet, gibt es einen Markt für ihn. Die Amortisierungszeit beträgt nach Schätzungen des Herstellers weniger als ein Jahr. Seit dem Abschluss von Pilotprojekten, die zusammen mit Sita Finnland (ein Tochterunternehmen des global führenden Wasser- und Abfallmanagement-Unternehmens Sita Environment) durchgeführt wurden, hat das Unternehmen damit begonnen, weltweit Verträge mit ausländischen Investoren abzuschliessen.

Zwei Roboter-Ausführungen

ZenRobotics hat bereits eine neue Recyclinganlage sowie eine Integration in eine bestehende Handsortierung in den Niederlanden und in Belgien verkauft. Diese Systeme wurden Anfang 2013 in Betrieb genommen. Pro Schicht können drei von sechs Arbeitskräften eingespart werden, wobei der Roboter den grössten Teil der Schmutzarbeit übernimmt. Das revolutionäre Roboter-Abfallsortiersystem gibt es in zwei Ausführungen: Der erste Roboter schafft 1’400 Pics mit max. 20 kg schweren Stücken pro Stunde, der andere 2’500 Pics mit max. 5 kg schweren Stücken. In der Schweiz wird der ZenRobotics Recycler von Toel Recycling AG vertrieben. Das Unternehmen befasst sich seit 24 Jahren mit dem Thema Recycling. Angeboten werden Dienstleistungen von der Beratung bis zur Verwertung, von der Planung bis zur Lieferung der erforderlichen Entsorgungseinrichtungen, vom Abfallcoaching bis zum Outsourcing der gesamten Entsorgung. Das untere Bild zeigt ein Schema der Abfallsortierung mit ZenRobotics Brain.


Der FachPack-Auftritt der Folag AG stand 2013 ganz unter dem Motto «Verpackungslösungen aus Biokunststoffen». «Bio» konnten die Besucher nicht nur am Stand in der Halle 7 atmen, sondern im ganzen Messegelände sah man ständig Leute, welche die dünne Tragtasche mit der Aufschrift «natürlich Folag» in der Hand trugen; auf der Rückseite dieser Tasche wurde mit dem Hinweis «aus 60 Prozent NawaRo» auf den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffen aufmerksam gemacht.

Folag hat in den letzten Jahren eine umfassende Werkstoffkompetenz entwickelt, so dass selbst für komplexe Folienanwendungen zahlreiche Lösungen mit einem Werkstoffanteil auf Basis nachwachsender Rohstoffe zwischen 50 und 90 Prozent angeboten können. Nach der Zürcher Messe Verpackung Schweiz im April 2013, wo Folag die erste Folie aus Kartoffelschalen (Abfall) präsentiert hatte, haben Biofolien auch in Nürnberg grosse Aufmerksamkeit geweckt. Zwei Biofolien-Reihen wurden präsentiert:

  • «Natural» zeichnet sich besonders durch eine samtige Oberfläche und damit verbundene angenehme Haptik aus. Die Folien werden zur Herstellung von Tragtaschen oder zur Verpackung von Lebensmitteln, Zeitschriften und Textilien verwendet. Sie sind teilweise auch für den Kontakt mit Lebensmitteln verwendbar. Durch ihre natürliche Gleitfähigkeit sind sie perfekt für die Verarbeitung auf schnelllaufenden Maschinen geeignet. Das transluzente Material in Naturfarben ist bedruckbar und vollständig biologisch abbaubar sowie kompostierbar. Auf Anfrage ist es auch mit einer Sauerstoff-Hochbarriere erhältlich.
  • «Clear» eignet sich für unterschiedliche Verpackungsanwendungen. Neben transparenten Beuteln und Food-Verpackungsfolien gehören z.B. auch Blumenfolien oder Gewürztrichter zum Leistungsportfolio. Die transparenten, für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeigneten Folien verfügen über gute Wasserdampfpermeabilität, sind beständig gegen Öle und Fette in wässrigen Mischungen und vollständig biologisch abbaubar sowie kompostierbar.

Spricht man allgemein über Biokunststoffe, so meint man in aller Regel Werkstoffe, welche grösstenteils aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Zuckerrohr, Mais, Kartoffeln oder Tapioka-Pflanzen sind nur einige solcher bekannter Ausgangsmaterialien. Dank ihnen haben Biokunststoffe nur einen geringen Teil, der etwa aus Erdöl oder Erdgas hergestellt wird. Zahlreiche Stimmen befürworten darum die Herstellung moderner Biowerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Doch es gibt auch Gegenargumente wie z.B. die Nahrungsmittelkonkurrenz: Man sollte Kartoffeln essen und nicht für die Herstellung von Kunststoffen brauchen – so die Vorstellung einiger Kritiker. Das Folag-«Bio»-Forschungs- und Entwicklungsteam beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung von Folien, welche einerseits zu einem grossen Teil auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und andererseits keinerlei direkte oder indirekte Konkurrenz zu Nahrungsmitteln verkörpern. Ein gängiger Lösungsansatz hierzu besteht in der Nutzung von Abfällen. So forschen beispielsweise seit Januar 2010 elf europäische Institutionen unter der Leitung der Technischen Universität Graz an der Herstellung von Plastik aus Schlachtabfällen. Eine neu entwickelte Folie von Folag schlägt eine ähnliche Stossrichtung ein, verzichtet dabei allerdings auf den Einsatz von Schlachtabfällen.


 

Die SwissPrimePack AG hat ihren Energieverbrauch markant reduziert. Mit Unterstützung der Klimastiftung Schweiz werden die Produktionsanlagen im Werk Niederuzwil neu mit einem Freecooling-System – einer Kühlung mit Aussenluft – gekühlt (Bild). Zudem wurden die Druckluftkompressoren mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Dadurch kann die Fabrik fast gänzlich auf Öl und Gas zum Heizen verzichten und jedes Jahr bis zu 1‘000 Megawattstunden Strom (Verbrauch von rund 250 Familienhaushalten) einsparen. Ein weiterer Stromfresser konnte durch die vollständige Umstellung des Produktionsstandortes Niederuzwil auf LED-Beleuchtung eliminiert werden. Ein schöner Nebeneffekt der getätigten Investitionen ist das verbesserte Arbeitsumfeld: So reduziere die neue Freecooling-Anlage die Lärmemissionen und LED fördert die Arbeitsbedingungen durch eine bessere Beleuchtungsqualität. Jetzt sollen auch am Hauptsitz in Altstätten (SG) die grössten Energieverbraucher mit entsprechenden Investitionen durch energieeffizientere und umweltbewusstere Alternativen ersetzt werden. Eine Energieverbrauchsanalyse soll bis Mitte 2013 durchgeführt werden.

 


Die Konsumenten haben unterschiedliche Präferenzen und wollen aus verschiedenen Produkten aussuchen können. Fest steht fabei, dass trendige Nahrungsmittel und Getränke attraktive Verpackungen brauchen. Verpackungen spielen in diesem Kontext eine zunehmend wichtige Rolle. Neben ihrer primären Aufgabe, den Inhalt zu schützen, sollen sie auch attraktiv, funktionell und umweltschonend sein. Mit den globalen Verbrauchertrends sowie deren Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Menschen befasst sich auch das Tetra Pak Magazin 2011. Darin kommt zum Ausdruck, dass das Nachhaltigkeitsdenken, welches heute wieder stärker in unser Bewusstsein gerückt ist, die Verpackungsproduktion immer schon beeinflusste. Der Begriff Nachhaltigkeit ist, ebenso wie Sicherheit oder Convenience, kein Modewort mit Vergänglichkeitscharakter. Über den Unterschied zwischen den Begriffen Trend, Tendenz und Mode kann in der erwähnten Publikation übrigens auch nachgelesen werden: Als einen Trend versteht man ein Verhaltensmuster, das den gleichgerichteten, auf denselben grundlegenden Bedürfnissen basierenden Konsum vieler Menschen über einen relativ langen Zeitraum beschreibt. Mit Tendenz ist die Bewegungsrichtung gemeint, bevor ein Verhaltensmuster zum Trend wird. Und als Mode bezeichnet man eine vorübergehende Veränderung, die das Verhalten bestimmter Verbraucherschichten nur für kurze Zeit beeinflusst und dann ebenso schnell wieder verschwindet. So gesehen stellt Nachhaltigkeit also eindeutig einen Trend dar, dessen Wirkung sich laufend verstärkt.