Glas, Kartonagen, Kunststoffe und andere Oberflächen stellen unterschiedliche Anforderungen an Etiketten; erst recht, wenn diese möglichst rückstandfrei ablösbar sein sollen. In den Abstufungen «ultraleicht ablösbar», «leicht ablösbar» und «ablösbar» bietet Herma GmbH für nahe-zu jede Oberfläche eine geeignete Lösung. Selbst bei kri-tischen Oberflächen müssen Anwender hinsichtlich opti-scher und physischer Beständigkeit keine Kompromisse mehr eingehen. So sind die Haftkleber für die ultraleicht und leicht ablösbaren Etiketten komplett weichmacherfrei – im Gegensatz zu den für diese Anwendung bisher gän-gigen kautschukbasierenden Klebstoffen. Das heisst: kei-ne Weichmacher greifen die zu beklebende Oberfläche und das Etikettenpapier an oder durchfetten es. Die drei Abstufungen im Einzelnen:

  • 42Upp, der neue Dispersionshaftkleber auf Ac-rylatbasis, kommt für ultraleicht ablösbare Etiketten bei glatten und gleichzeitig besonders empfindli-chen Oberflächen zum Einsatz. Dazu zählen z.B. Briefumschläge, Zeitschriften und Buchcover, die mit einem Lack versehen sind. Die Einbindung mik-rosphärer Teilchen, kleinster Kügelchen mit spezi-ellen Eigenschaften, sorgt dafür, dass die Oberflä-che des zu beklebenden Gegenstands nicht ver-ändert wird.
  • Leicht ablösbar sind Etiketten mit dem neuen Haft-kleber 42Lpp. Sie sind besonders gut z.B. für Glasoberflächen geeignet (siehe Abbildung). Da-von lassen sie sich absolut rückstandsfrei entfer-nen, ohne Ränder zu hinterlassen – selbst bei län-gerer Licht- und Wärmeeinwirkung. Auch das ge-fürchtete «Ghosting» – ein zwar nicht klebriger, aber schleierartiger und deutlich sichtbarer Rück-stand – gehört damit der Vergangenheit an. Gute Ergebnisse erzielen diese Etiketten auch beim Ab-lösen von Kunststoffoberflächen wie PP und Hart-PVC, von lackierten, verzinkten und pulverbe-schichteten Metallen sowie von Papier. Die Ablö-seeigenschaften des Dispersionshaftklebers auf Acrylatbasis resultieren aus dem Einsatz der Mehrschichttechnologie beim Haftmaterial.
  • Der bewährte ablösbare Haftkleber 42N kommt zum Einsatz, wenn aufgrund der Struktur oder Be-schaffenheit der Oberfläche eine gute Anfangshaf-tung gefordert ist. Deshalb eignen sich diese Eti-ketten für Kartonagen (z.B. in der Logistik), PE-Folien und generell für raue Oberflächen. Aufgrund der guten Anfangshaftung sind sie zudem ein Problemlöser bei gekrümmten Oberflächen, bei Etikettierungen über Eck und bei nicht 100-prozentig sauberen Oberflächen. Die gute Bestän-digkeit des Haftklebers gegen Licht, Wärme und Alterung eröffnet für diese Etiketten ein breites Anwendungsspektrum.

 


Die Bluhm Systeme GmbH hat an der interpack 2014 einen Logistiketikettierer vorgestellt, mit dem unterschiedlich hohe Kartons im Durchlauf überdurchschnittlich schnell etikettiert werden können. Indem man hier anders als sonst üblich, die Betriebsarten Drucken und Etikettieren entkoppelt hat, wurde eine Leistungssteigerung von 100 Prozent erreicht. Taktraten von 1 Etikett pro Sekunde bzw. 3’600 Produkte pro Stunde sind problemlos möglich. Für maximale Produktivität kann der Legi-Air Parcelline HS Etikettengrossrollen mit einem Durchmesser von 350 mm (bis max. 600 m Lauflänge) verarbeiten. Ausserdem weist die Rollen-Ende-Vorwarnung den Bediener darauf hin, wenn neue Etiketten benötigt werden, sodass dieser sich rechtzeitig um Nachschub kümmern kann. Es besteht die Möglichkeit RFID zu integrieren. In diesem Zusammenhang ist auch eine Bad-Tag-Einheit verfügbar, die dafür sorgt, dass fehlerhafte Tags automatisch ausgeschleust werden. Für schwierige oder raue Produktionsumfelder ist ein Staub- und Spritzwasserschutzgehäuse – bei Bedarf auch mit Heizung – verfügbar. In der Bezeichnung des neuen Druckspenders Legi-Air Parcelline HS steht «HS» für Highspeed.

 

 


Bei einem Chargenwechsel ändert sich häufig auch das Format des zu etikettierenden Produktes. Ein Bediener benötigt normalerweise bis zu 15 Minuten, um die Ablöse- und Übergabesysteme auszutauschen und wieder neu einzustellen. Konkret betrifft das zum Beispiel die Ablösekante, die pneumatische Schwenk-zunge und die jeweilige Andrückeinheit – also Kompo-nenten, die für das präzise und zuverlässige Anbrin-gen des Etiketts verantwortlich sind. Hierzu hat Herma ein neues System entwickelt, wie sich die formatab-hängigen Baugruppen eines Etikettierers vollkommen werkzeuglos und äusserst schnell wechseln lassen. Das zum Patent angemeldete System, das auf speziel-len Steckverbindungen beruht, wurde an der interpack 2014 vorgestellt. Dank der neuen Wechselformatteile beträgt die Rüstzeit hier nur noch etwa eine Minute. «Dieser Vorteil summiert sich bei Produkten, bei denen zum Beispiel drei verschiedene Etiketten aufgebracht werden, beträchtlich – denn dort müssen ja drei Etiket-tierer umgerüstet werden», erläutert Martin Kühl, Lei-ter des Herma-Geschäftsbereichs Etikettiermaschinen. Weiterer Vorteil für den Bediener ist, dass die Herma-Wechselformateile die jeweiligen Einstellungsparame-ter übernehmen; das oftmals langwierige Feintuning der Ablöse- und Übergabesysteme entfällt. Für neue Etikettierer vom Typ Herma 400 sind die Wechselfor-matteile optional erhältlich. Aber auch bereits installier-te Etikettierer können problemlos nachgerüstet werden. «Die Umstellung auf die neuen Wechselformatteile ist nach unserer Einschätzung in vielen Fällen betriebs-wirtschaftlich sinnvoll», sagt Kühl.

 


Mit dem Pagomat 6M lanciert Pago eine neue Etikettiermaschine der Extraklasse. Bei dessen Entwicklung stand die Kundenanforderung Optimierung der Linienproduktivität bei gleichzeitiger Minimierung der Gesamtbetriebskosten im Zentrum. Zur Erreichung dieser Ziele vereint das Gerät bezüglich Bedienerfreundlichkeit, Betriebssicherheit und Etikettiergenauigkeit neue mit bewährter und optimierter Technik. Gleichzeitig vermag es die bei den Kunden anfallenden Betriebskosten zu senken; Stillstandzeiten, Wartungsaufwand, Einbau- und Erweiterungskosten werden nach Angaben des Herstellers auf ein absolutes Minimum reduziert. Die modular aufgebaute Etikettiermaschine bietet Lösungen für sämtliche Aufgaben im industriellen Applizieren von Selbstklebeetiketten. Je drei Bauformen und Leistungsklassen machen die Bahn frei für die Erfüllung jeder Etikettieranforderung – ob Integration in die Produktionslinie oder Einbau in Linear- und Rundläufer-Etikettiersysteme. Dank flexiblem Aufbau lässt sich das Gerät an jede Montagesituation exakt anpassen: ein Vorteil, der sich nicht nur in der Erstinstallation auszahlt. Bei sich ändernden Produktionsumständen lässt sich die Maschine fast unbegrenzt ausbauen und an technische Veränderungen adaptieren. Stufenlos schwenkbare Baugruppen machen den Pagomaten in jeder Lage perfekt an die Raumverhältnisse der Produktionslinie adaptierbar. Seine integrierte Steuerung spart Platz sowie den entsprechenden Montage- und Verkabelungsaufwand. Die Bedienung erfolgt intuitiv einfach über den 3,5-Zoll-Farb-Touchscreen. Schnellzugriffstasten machen alle wichtigen Funktionen direkt abrufbar und garantieren eine komfortable, zielführende Beherrschung der Pagomat-Hightech. Verschiedene Innovationen wie Richtungspfeile an den Etikettenband- und Trägerband-Umlenkrollen, Schnellverschluss am Trägerband-Aufrolldorn, stufenlos verstellbare Etikettenabtastung oder die optionale Ausführung der Spendevorrichtung als Formatsatz sorgen für schnelle, werkzeuglose Produktwechsel mit minimierten Stillstandzeiten. Ein Slot für USB-Sticks ermöglicht direkt an der Bedieneinheit leichten Datenimport und -export, full Backup/Restore und Firmware-Updates und öffnet damit den Weg für eine effiziente Hotlineunterstützung. Optional ist der neue Pagomat 6M auch extern durch übergeordnete Anlagenpanele bedienbar. Datenschnittstellen wie Profinet oder EtherNet/IP und OPC UA sind integriert. Die robuste Konstruktion verleiht dem Etikettenspender Stabilität und sorgt gemeinsam mit der leistungsstarken Antriebstechnik und dem schlupffreien Transportsystem für höchste Etikettiergenauigkeit. Dank der grosszügig dimensionierten Antriebstechnik, der schmutz- und wassergeschützten Steuerung und der hochveredelten Spendeplatte sind die Pagomaten nahezu verschleiss- und wartungsfrei mit geringem Ersatzteilverbrauch.

 


Oft gibt bei Etikettendruckspendern das Druckmodul den Arbeitstakt vor. Eine andere Lösung wurde an der FachPack 2013 von Bluhm Systeme mit dem neuen Etikettendruckspender Legi-Air 4050 AC vorgeführt. Der Etikettierer hat eine Loop-Vorrichtung und bevorratet die unmittelbar zuvor variabel bedruckten Etiketten, um sie mit überdurchschnittlich hoher Geschwindigkeit auf die durchlaufenden Produkte aufzukleben. Der Druckspender wird elektrisch, ganz ohne Druckluft betrieben. Die Etiketten werden im sogenannten Wipe-On-Verfahren aufgebracht, indem sie der Spender auf der Produkt- oder Verpackungsoberfläche abstreift. Mit dem Wipe-On-Applikator kann flexibel auf andere Etikettenformate gewechselt werden, lassen sich damit doch Etiketten mit einer Länge zwischen 50 und 400 mm verarbeiten. Ein weiterer Vorteil: Das Etikett wird auch dann positionsgenau – ohne Versatz – appliziert, wenn sich die Bandgeschwindigkeit ändert oder das  Förderband plötzlich stoppt. Dies überwacht ein Drehimpulsgeber an der Fördertechnik der Produkte. Die Etikettierleistung ist von den zu druckenden Informationen und der Etikettenlänge abhängig. Auf dem Messestand wurde als Beispiel eine Anwendung aufgeführt, bei der die Etikettierleistung mehr als 20 mal höher ist als die Druckleistung. Das System druckt dort mit 3 m/min und die Pakete bewegen sich mit 70 m/min.