Die drupa 2016 fand vom 31. Mai bis 10. Juni in einer guten Stimmung und ausgesprochen investitionsfreudigem Klima statt. Die 1’837 Aussteller aus 54 Ländern berichteten nach Abschluss der 11-tägigen Messe mehrheitlich von vielversprechenden Kontakten und zeigten sich zuversichtlich für das Nachmessegeschäft. Bewährt hat sich auch die Neupositionierung der drupa und ihre Fokussierung auf Zukunftsthemen mit grossem Wachstumspotenzial – unter anderem Verpackungsdruck, 3D-Druck und Funktionaler Druck. Rund 260’000 Besucher mit wie gewohnt hoher Entscheidungskompetenz reisten aus 188 Ländern nach Düsseldorf, um sich über technologische Innovationen, Weiterentwicklungen und neue Geschäftsfelder zu informierten. Mit 76 Prozent lag die Quote der internationalen Besucher um 16 Prozentpunkte höher als noch vor vier Jahren. Dazu haben vor allem die asiatischen Besucher beigetragen. Allgemein kamen die Besucher, bis auf wenige Ausnahmen, «nicht mehr mit grossen Delegationen oder im Rahmen eines Firmenausflugs zur drupa. Vielmehr ist es jetzt das Top-Management, das nach Düsseldorf reist», meint Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf GmbH (Bild unten). Unter dem Slogan «touch the future» rückte die Messe verstärkt die Innovationskraft der Branche in den Fokus und gab Zukunftstechnologien eine Plattform.

 

Im Fokus des Interesses standen innovative Druck- und Crossmedia-Lösungen, Technologien der Zukunft und neue Industrieanwendungen. Zum ersten Mal hat die drupa mit Verpackungsdruck inklusive Digitaldruck, Etiketten und Veredelung, Multichannel-Publishing und Green Printing Highlight-Themen definiert, die aufgrund ihrer aktuellen Marktrelevanz und des Potenzials eine herausragende Rolle spielen werden. Stellvertretend für die vielen Äusserungen zum Messegeschehen sind hier Stimmen von fünf vielbeachteten Ausstellern widergegeben:

Claus Bolza-Schünemann, Vorsitzender des Vorstandes der Koenig & Bauer AG (KBA Group) und gleichzeitig Vorsitzender des drupa-Komitees: «Die Druckbranche erfindet sich immer wieder neu und bietet ungemein viele Facetten mit grossem Potenzial. Genau das hat die drupa 2016 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir konnten hier in den 19 Messehallen eine hoch innovative Industrie erleben, die es geschafft hat, das Jammertal zu verlassen und die Zukunft in den Griff zu nehmen.»

Jean-Pascal Bobst, CEO 
der Bobst SA: «Die Branchen, die wir heute bedienen, suchen nach drastischen Produktivitätszuwächsen durch Innovationen, Dienstleistungen und Kundenbeziehungen. Darüber hinaus ebnet die Digitalisierung der gesamten Verpackungs-Supply-Chain den Weg in die Zukunft. Die diesjährige drupa war wieder eine grossartige Plattform, auf der wir zeigen konnten, dass wir die richtigen Lösungen für die Anwendungen unserer Kunden liefern - ob für Faltschachtel, flexible Substrate, Etiketten oder Wellpappe.» 


Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender 
der Heidelberger Druckmaschinen AG: «Wir sind mit dem Messeverlauf sehr zufrieden. Heidelberg startet dank der drupa optimistisch in das neue Geschäftsjahr. Unser Motto 'Simply Smart' wurde erfolgreich von den Besuchern aufgenommen. Wir haben eine hohe Nachfrage nach unseren Angeboten für den industriellen Druck verzeichnet und unsere eigenen Zielvorgaben übertroffen. Die weitere Automatisierung im Offsetbereich führte zu einer grossen Anzahl an Vertragsabschlüssen vor allem von unseren Hochleistungsmaschinen. Zusammen mit unserem Partner Fuji haben wir einen neuen Massstab im industriellen Digitaldruck gesetzt. Die Premiere und der Verkaufsstart unserer neuen Digitaldruckmaschine Primefire 106 waren mit weltweiten Verkäufen im Bereich Verpackung überaus vielversprechend. Wir befinden uns mit dem Rückenwind der drupa auf Wachstumskurs.»

Francois Martin, worldwide marketing director HP Graphics Solutions Business, HP Inc: «
Die drupa 2016 war für HP ein Meilenstein. Es ist klar, dass Digitaldruck jetzt im Mainstream angekommen ist, aber HP hat auch den besten Zuspruch aller drupas zu verzeichnen. Die Geschäftsabschlüsse lagen nicht nur über denen von 2012, sondern noch über unserem ehrgeizigen Ziel von 25 Prozent für 2016. Die drupa bleibt die wichtigste Branchenveranstaltung für Innovationen, und HP will sich auch weiter selbst neu erfinden, damit unsere Kunden ihre Möglichkeiten neu ausloten können.»

Benny Landa, Chairman 
der Landa Digital Printing: «Die drupa 2016 wird als Wendepunkt für den Übergang der Branche vom mechanischen zum digitalen Druck in Erinnerung bleiben. Früher mussten die Digital-Anbieter den Markt überzeugen, dass Digital die Zukunft ist. Jetzt hat sich die Situation zum ersten Mal gedreht. Es besteht ein starker Sog vom Markt, getrieben durch Kunden und Markenanbieter, die alle jetzt nach digitalen Drucksystemen verlangen. Es scheint, dass die Marktführer - im Verpackungsdruck, Akzidenzdruck und Verlagswesen - zu der Erkenntnis gelangt sind, dass kein Weg an digital vorbei führt. Für Landa Digital Printing ist dieses «Erwachen» des Marktes besonders lohnend, wie sich auch in der beträchtlichen Anzahl an Aufträgen zeigt, die wir auf der drupa geschrieben haben.»

Die drupa bleibt dem Vier-Jahresturnus treu und findet vom 16. Juni bis 26. Juni 2020 in Düsseldorf statt.

 


Die CeMAT Hannover hat ihre internationale Ausstrahlung erneut unter Beweis gestellt. Sie schloss ihre Tore am 3. Juni 2016 mit  einem deutlichen Zuwachs an Fachbesuchern, die von ausserhalb Deutschlands angereist waren.  Rund 1'000 Aussteller aus 44 Ländern präsentierten an vier Tagen  ihre Lösungen für eine effiziente und intelligente Steuerung der Logistikketten. Vertreten waren  alle Bereiche der Intralogistik - mit neusten halb- und vollautomatisierten Lagerlösungen, autonomen Geräten, innovativen Flurförderzeugen, neuen Regalsystemen, kollaborativen Robotern, Auto-ID-Systemen sowie Verpackungstechnik.

Das Leitthema der CeMAT 2016 hiess «Smart Supply Chain Solutions». Damit richtete die Veranstaltung den Blick auf die digitalisierte und vernetzte Wertschöpfungskette. Die Industrie 4.0 im logistischen Kontext liegt im Trend.

Starkes Wachstum der Intralogistik

Die Intralogistikbranche wächst kontinuierlich. Im vergangenen Jahr erreichten die Intralogistikhersteller allein in Deutschland ein Produktionsvolumen von 20,1 Mrd. Euro. Gegenüber 2014 ist das ein Wachstum um drei Prozent. Für 2016 werden weitere drei Wachstumsprozente prognostiziert.

Logistics IT im Fokus

Die CeMAT 2016 zeigte unmissverständlich, dass die Software zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit dem neuen Ausstellungsschwerpunkt «Logistics IT» spiegelte die Veranstaltung diese Entwicklung. Auch in den grössten Bereichen innerhalb der Messe – den Technologiebereichen «Move & Lift» (Förder- und Hebetechnik) und «Store & Load» (automatisierte Lagersysteme) – geht es nicht mehr nur um Maschinen, sondern vielmehr darum, wie diese künftig intelligent in die automatisierte Supply Chain eingebunden werden.

Erweiterte Aufgaben für Logistikdienstleister

Im Bereich «Manage & Service» mit Logistikdienstleistern, Planern und Beratern wachsen die interne und externe Logistik zusammen. Die Digitalisierung verändert die Wertschöpfungsketten und stellt nicht nur die Unternehmen der Intralogistikbranche vor neue Aufgaben, sondern auch die Logistikdienstleister. Künftig wird ihr Erfolg noch mehr von der Leistungsfähigkeit ihrer Logistikzentren abhängen. Dank Big Data sind heute zum Beispiel aktuelle und vollständige Informationen über Fahrzeuge, Sendungen und Lieferaufträge jederzeit und überall verfügbar. Logistikprozesse können damit wesentlich einfacher gesteuert werden. Autonome Shuttle-Systeme und Roboterlösungen für intralogistische Prozesse waren die Besuchermagneten. Welche Aufgaben Roboter bereits heute im Lager übernehmen und wie sie live agieren, davon konnten sich die Besucher in fast allen Hallen überzeugen. Auch die an vielen Ständen vorgeführten Datenbrillen zogen die Besucher in ihren Bann. Sie zeigten, wie der Kommissioniervorgang künftig optimiert wird.

«Verpackungstechnik» gestärkt

Die Bereiche «Verpackungstechnik», «Verpackungsdruck» und «Veredelungstechnologien» präsentierten sich diesmal innerhalb der CeMAT 2016 verstärkt im Rahmen des von Easyfairs organisierten Messeduos «Empack» und «Label&Print». Zu den Ausstellern zählten Anbieter von Verpackungsanlagen und -maschinen sowie die Themenbereiche Print und graphische Industrie im Bereich Verpackung. Im Packaging Art House standen die hohe Verfügbarkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Intralogistik-Anlagen im Fokus. Die Verknüpfung der Themen Intralogistik und Verpackung kam bei interessierten Fachbesuchern gut an.

Sonderschau «Innovative Logistiklösungen»

Auf der Sonderschau «Innovative Logistiklösungen» konnten Messebesucher Station für Station der Prozesskette nachgehen – von der Entladung am Containerterminal bis hin zur Verladetechnik am Warenausgang und zu dem anschliessenden Transport. Zu jedem Prozessschritt stellten die CeMAT-Aussteller innovative Software- und Techniklösungen vor.

Ab 2018 parallel Mit HANNOVER MESSE

Von 2018 an läuft die CeMAT parallel neben der weltweit wichtigsten Industriemesse HANNOVER MESSE (23. bis 27. April). «Intelligente Intralogistik ist das Rückgrat und der Enabler von Industrie 4.0. Wenn es darum geht, die komplette industrielle Wertschöpfungskette zu zeigen, dann ist die Intralogistik ein wesentlicher Teil, denn sie sorgt dafür, dass Teile überhaupt bewegt und transportiert werden», erklärt Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstads der Deutschen Messe AG. Die Änderung bewirkt, dass die Zusammenarbeit zwischen der Easyfairs und der CeMAT nicht weitergeführt wird.

Die lebendige Logistikkette besteht aus folgenden fünf Bereichen:

  • Transportlogistik: Hier geht es um Transportplanung, den Warentransport via Strasse, Schiene, Wasser oder Luft, aber auch um den Umschlag und das Löschen von Containern.
  • Wareneingang und Entladetechnik: In diesem Bereich haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Innovationen durchgesetzt. Dazu gehören die automatische Identifikation und Erfassung der eingetroffenen Ware – teilweise mit Hilfe von RFID – und die automatische Depalettierung. Ein besonders spannendes Thema ist der Einsatz von Entladerobotern.
  • Fördertechnik: Der innerbetriebliche Transport ins Lager und in die Produktion hat viele Facetten. Innovative Lagertechnik ermöglicht eine schnelle, flexible und effiziente Ein- und Auslagerung sowie die Bereitstellung in der Produktion.
  • Kleinteile kommissionieren und verpacken: Vor dem Versand werden Kleinteile kommissioniert, gewogen, dreidimensional vermessen, verpackt, mit Barcodes oder RFID-Labeln versehen und auf Paletten gestellt. Auch in diesem Bereich haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche intelligente Automatisierungsvarianten durchgesetzt.
  • Verladetechnik: Die Ware reist weiter. Erfassung der Ladeeinheiten im Pulk, automatisches Packen von Containern oder anderen Ladungsträgern, die Verladung und schließlich die Ladungssicherung – auch im letzten Abschnitt der Supply Chain gibt es zahlreiche Innovationen zu entdecken.

Auf Initiative des Kennzeichnungsspezialisten Videojet Technologies haben sich vier Zulieferer der Verpackungsindustrie zusammengetan und am 19. April 2016 eine eintägige Hotelmesse im Grand Hotel Les Bains in Yverdon organisiert. Der Anlass fand weniger als zwei Wochen nach der Empack in Zürich statt. Die Zürcher Messe wird jeweils nur von wenigen Besuchern aus der Romandie frequentiert – eine Tatsache, die zur «Initiative Yverdon» führte. Vier Unternehmen haben ihre Westschweizer Kunden gemeinsam eingeladen. So konnten sich Interessenten über die neuesten Entwicklungen der Anbieter Videojet (Kennzeichnungstechnik), Cognex (Barcode-Verarbeitungstechnologie), Robatech (Klebstoffauftragssysteme) und Kumagra (Industrieklebstoffe) informieren. Die Besucheranzahl bewegte sich mit über 40 im erwarteten Rahmen und wurde von den Ausstellern – besonders in Bezug auf die Qualität der geführten Gespräche – als Erfolg gewertet. Über die Durchführung eines weiteren Westschweizer Events für die Graphische und Verpackungsindustrie wollen die beteiligten Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.