Die BVS Verpackungs-Systeme AG lud anlässlich ihres 20-Jahr-Jubiläums zu einer sommerlichen Bodensee-Rundfahrt ein. Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter und Vertreter der Fachmedien erlebten auf der gecharterten und zum Partyboot umgestalteteten Fähre neben Feierlichkeiten auch eine richtungsweisende verpackungsfachliche Weltpremiere: Präsentiert wurde WaveWrap®, ein neues, selbst entwickeltes Versandverpackungssystem.

Die Innovation verbindet müheloses Handling mit hoher Transportsicherheit und zuverlässigem Schutz der Versandgüter. Die für kleine Formate bestimmte Verpackung bringt ihren Inhalt sicher und formstabil ans Ziel – und bei Bedarf wieder zurück.

WaveWrap basiert auf einem Bogen Wellpappe, in den das Packgut eingeschlagen wird.

Die Bögen gibt es in drei Grössen bis maximal 400 x 530 mm, welche für maximale Produktgrösse (HxBxL) 40 x 220 x 240 mm entwickelt wurden. Sie sind einseitig mit einem Klebstoff beschichtet, der das Packgut während des Verpackens fixiert, ohne Rückstände zu hinterlassen. Nach Auswahl des geeigneten Bogenformats und der entsprechenden Einstellung der Maschine wird die Ware mittig auf die beschichtete Seite des Bogens aufgelegt, in diesen eingewickelt und fixiert. BVS-CEO Livio Marchioni (auf den Bildern unten) erklärte den Gästen des Jubiläumsanlasses die Funktionsweise des WaveWrap in einem Podiumsgespräch und demonstrierte dem Eventmanager Erwin Baumann (links) anschliessend live, wie es gemacht wird. Nach der manuellen Vorbereitung wird die locker gewickelte Verpackung in die Maschinenschublade gelegt. Der weitere Vorgang geschieht maschinell, wobei der Schliessprozess in der Maschine nicht viel länger als eine Sekunde dauert: Transportsicher verschlossen, perforiert und fixiert ist die formschöne Verpackung bereit fürs Etikettieren und den Versand. 

Das System eignet sich für eine grosse Palette verschiedenster Packstücke – von hochwertigen Luxusgütern und empfindlichen Ersatzteilen bis zum Massenversand von Büchern, DVDs, Werbeartikeln oder Feintextilien. Der Versand mit WaveWrap garantiert für alle diese Artikel den optimalen Schutz und die Zustellung in unversehrtem Zustand. Dank der seitwärts eingestanzten Aufreissperforation EasyOpening lässt sich die Packung leicht öffnen. Die WaveWrap-Versandverpackung ist ressourcenschonend, denn sie benötigt kein zusätzliches Verpackungs- bzw. Füllmaterial zum Polstern oder zum Verschliessen und hat kein überflüssiges Transportvolumen.

Das innovative Verpackungssystem wird direkt von BVS als Händler auf dem Markt angeboten. Die neu gegründete Schwestergesellschaft WavePack GmbH mit Sitz in Klettgau-Erzingen (D) ist Produzentin und Eigentümerin des WaveWrap-Systems, welches über weitere Händler zuerst im europäischen Markt initiiert wird. Das Konzept sieht vor, dass die WaveWrap-Kunden die Maschine zu einer kleinen monatlichen Mietpauschale erhalten und fertige Bögen bei den Vertriebspartnern des Unternehmens beziehen. Von der unkomplizierten Handhabung der Maschine konnten sich die Besucher des Jubiläumsanlasses als die Ersten überzeugen. Einige von ihnen stellten die Frage nach Integrierbarkeit von WaveWrap in ihre bestehenden Systeme und Prozesse. Als die Entwickler bestätigten, dies sei problemlos möglich, war klar, dass die Innovation eine Zukunft hat.

 

Der neue Name «Mouvent» steht für die Zukunft des Digitaldrucks. Die Gründung der Mouvent AG wurde am 6. Juli 2017 von den Joint-Venture-Partnerunternehmen Bobst und Radex an einer internationalen Pressekonferenz in Wetzikon bekanntgegeben. Die vor 127 Jahren in Lausanne gegründete Bobst SA steht für Verpackungs- und Etikettenhersteller der Bereiche Faltschachteln, Wellpappe und flexible Materialien weltweit als ein Qualitätsbegriff. Radex ist ein Startup, hinter dem erfahrene Fachleute für digitalen Inkjetdruck stehen.

Die Mouvent AG, welche zum Digitaldruck Competence Center und Lösungsanbieter von Bobst ausgebaut werden soll, beschäftigt in der Schweiz 80 Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist in Solothurn. In Wetzikon, wo die Presse informiert wurde, werden die Maschinen gebaut. Die Ziele, welche die Gründer präsentierten, sind ehrgeizig: Man wolle sich darauf konzentrieren, «die Zukunft des Digitaldrucks zu erfinden und zu liefern».

Innovative Digitaldrucktechnologie

Im Mittelpunkt der Innovation steht eine technisch führende, von Radex entwickelte Digitaldrucktechnologie, die auf einem hochgradig integrierten Cluster basiert und einen Quantensprung in der Industrie darstellt. Dank ihres intelligenten und kompakten Designs verspricht diese Technologie das Herzstück der neuen, bahnbrechenden Druckmaschinen zu sein. Das breite Anwendungsspektrum, welches diese Maschinen abdecken sollen, reicht von Textilien über flexible Verpackungen bis zu Etiketten, Wellpappe und Faltschachteln. Die Erwartungen der Gründer sind gross: «Wir sind davon überzeugt, dass dies unabhängig von der Branche und dem Markt ein Wendepunkt in der Zukunft des Digitaldrucks ist», sagt Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group SA (Bild), und begründet: «Aktuelle Branchentrends, wie die starke Nachfrage nach Digitalisierung, Kleinauflagen, kurzen Lieferfristen, Werbung und Versionierung, personalisierten und saisonalen Produkten, sowie ein wachsendes Kosten- und Umweltbewusstsein, lassen den Bedarf an qualitativ hochwertigen und erschwinglichen Digitaldruckmaschinen steigen. Mit Mouvent möchten wir in diesem Bereich einen Quantensprung auslösen und dem Markt letztlich das zur Verfügung stellen, was er am dringendsten benötigt, nämlich hoch zuverlässige und industrietaugliche Druckmaschinen, die verschiedene Substrate zu konkurrenzfähigen Preisen verarbeiten.»

Vollintegrierte Komplettlösung

Neben Digitaldruckmaschinen bietet Mouvent eine vollintegrierte Komplettlösung an. Das Unternehmen schreibt die Software für die Druckmaschinen, entwickelt Tinten und Beschichtungen für verschiedene Bedruckstoffe und bietet ein Full-Service-Angebot an. Es verspricht, bei der Inkjet-Produktion von Etiketten neue Massstäbe für die Kosten und die Qualität, die Tintenpreise, die Lebensdauer und die Qualität der Druckköpfe sowie für die Maschinenleistung zu setzen.

Start mit Textilien

Das erste Produkt, das Mouvent auf den Markt gebracht hat, ist eine hochproduktive Digitaldruckmaschine für Textilien, die bis zu acht Farben verarbeitet. In der Entwicklung befindet sich daneben bereits eine ganze Produktlinie. Alle Systeme basieren auf dem innovativen Cluster-Design: «Unser radikal neues Konzept besteht darin, einen Basis-Cluster zu nehmen, der in einer modularen und skalierbaren Matrix angeordnet ist. Daher müssen wir bei unterschiedlichen Anwendungen und Druckbreiten nicht mehr mit verschiedenen Druckbalken arbeiten», erläutert Mitgründer Piero Pierantozzi (Bild).

Flexible Schlüsseltechnologie

Die Produkte von Mouvent sind die kleinsten Digitaldruckmaschinen ihrer Klasse. Eigentlich erinnern sie eher an Schreibtischdrucker als beispielsweise an konventionelle analoge Flexodruckmaschinen. Das bedeutet, dass sie sehr kompakt und bedienerfreundlich sind sowie ein geringes Gewicht haben. Das modulare System erleichtert die Konfiguration und verringert den Rüstaufwand durch weniger Feineinstellungen. Das erhöht die Produktivität. Die Schlüsseltechnologie hinter den Maschinen ist der MouventTM Cluster. Er erlaubt eine hohe optische Auflösung, die gestochen scharfe und farbenfrohe Bilder in einer sehr hohen Druckqualität erzielt. Gleichzeitig gewährleistet der Cluster laut Entwicklern eine bisher nicht gekannte Flexibilität und beispiellose Möglichkeiten in der Maschinenentwicklung: Einfachheit als Firmenphilosophie.

Premiere an der Labelexpo

Ende September ist Mouvent AG mit ihrer neuen Technologie erstmals an einer Messe präsent: Die 7-Farben-UV-Inkjet-Hochgeschwindigkeitsdruckmaschinen LB701-UV und LB702-UV sowie eine digitale Inkjet-Etikettendruckmaschine für Schmalbahnanwendungen werden an der Labelexpo 2017 in Brüssel in der Halle 3, Stand A60, zu sehen sein.

Die Firma BVS Verpackungs-Systeme AG, 1997 in Schlieren gegründet, ist nach 20 Existenzjahren nach Urdorf umgezogen. So gab es am 24. und 25. Februar 2017 am neuen Unternehmenssitz gleich zwei Gründe für ein «Open House»: einerseits blickten die BVSler zusammen mit ihren zahlreichen Gästen anlässlich der offiziellen Eröffnung der neuen Räumlichkeiten mit viel Begeisterung und Elan nach vorn, anderseits richteten sie den Blick und die Erinnerung zurück in die Anfangszeit. In zwei Jahrzehnten seit seiner Gründung ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute insgesamt 48 Mitarbeiter. «Hier sind auch die 15 Leute mit dabei, welche in Memmingen arbeiten», betont Inhaber und CEO Livio Marchioni (Bild). Die Teams in der Schweiz und Deutschland seien miteinander eng verknüpft: «Wir treffen uns regelmässig und ergänzen uns gegenseitig.» Marchioni, der BVS gemeinsam mit Kurt Küng gegründet und aufgebaut hat, ist seit 2006 alleiniger Inhaber und CEO. Die Übernahme zu diesem Zeitpunkt haben die beiden Partner schon bei der Gründung vereinbart. Es gibt mehrere Meilensteine, welche die Entwicklung der letzten Jahre prägten und die Einführung von CAD in Jahr 2012 gehört ohne Zweifel zu den wichtigeren; heute beschäftigt die Firma bereits drei Konstrukteure. Die neuen Räumlichkeiten im Urdorfer Brüetsch-Rüegger-Gebäude sind mit 3'000 m2 nur unbedeutend grösser als die bisherigen. Was aber vor allem positiv ins Gewicht fällt, ist die kompakte Fläche auf zwei Ebenen. Sie erlaubt einen viel effzienteren Arbeitsablauf als am früheren Ort in Schlieren. Die Fläche am Domizil Urdorf teilen sich mit je etwa einem Drittel die Technik + Showroom, der Büroraum sowie das Lager mit ca. 200 Paletten für APS-Beutel, Anbruchpaletten mit diversen Verpackungsmaterialien, Kundenpaletten usw. Bis zu 900 weitere Paletten sind bei externen Dienstleistern ausgelagert. Der totale Lagerwert beträgt rund 2 Mio. Franken. Das Unternehmen entwickelt heute komplette Verpackungs-Systemlösungen. Dabei werden individuell konzipierte Produkte mit standardisierten Maschinen und Verbrauchsmaterialien aus dem eigenen Lieferprogramm kombiniert. Die von BVS angebotenen Produkte beinhalten hauptsächlich Schutz- und Transportverpackungen, Beutel- und Folienverpackungssysteme, Packraum- und Versandeinrichtungen usw. Geschätzt von vielen Kunden sind die nach Wunsch individuell gebauten Pack- und Arbeitsplätze, welche je nach Bedarf frei erweiterbar sind.