Die in der Statistik des Schweizerischen Verpackungsinstitutes SVI erfassten 235 Betriebe erzielten 2014 mit 18'869 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,4 Mrd. Franken. Das entspricht einem leichten Wachstum von 0,4% im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der erfassten Betriebe erhöhte sich um zwei und der Beschäftigten um 200. Da es weiterhin keine amtliche Statistik gibt, werden die Zahlen zu Umsatz, Anzahl der Betriebe und Mitarbeitenden vom SVI erhoben.

Die nach Packstoffen getrennten Zahlen zeigen die Produktion auf, nicht den Konsum oder den Verbrauch von Verpackungen in der Schweiz. Die Entwicklungen sind je nach Packstoff unterschiedlich. SVI-Geschäftsstellenleiter Andreas Zopfi und SVI-Präsident Philippe Dubois (Bild: v.l.n.r.) gaben detailierte Packstoff-Zahlen des Vorjahres am 15. Juni 2015 an einer Medienkonferenz in Zürich bekannt: Bei Aluminium bliebt der Umsatz gegenüber 2013 unverändert. Bei Karton (-3,8%), Glas (-2,23%) sowie Stahl- und Weissblech (-18,0%) waren Rückgange zu verzeichnen. Gewachsen sind die Packstoffe Holz (+ 3,67%), Kunststoff (+0,99%) sowie Wellkarton (+ 0,25%). Auch bei Verpackungsmaschinen (+ 2,93%) konnte man ein Plus registrieren.

Rahmenbedingungen verbessern

Die wirtschaftliche Situation bleibt nach Auskunft der SVI-Leitung schwierig. Der Preisdruck von Seiten der Kunden sowie von ausländischen Anbietern sei enorm, was sinkende Margen bedeute. Für die Exportwirtschaft sei 2014 die Nachfrage in den europäischen Absatzmärkten deutlich rückläufig gewesen. Die Frankenstärke erschwere die Situation zusätzlich. Zur unsicheren wirtschaftlichen Lage kämen regulatorische Eingriffe seitens des Staates sowie Initiativen, welche das schweizerische Unternehmertum gefährdeten. Das habe auf die Erwartungshaltung eine dämpfende Wirkung. «Die Rahmenbedingungen für die schweizerische Wirtschaft müssen verbessert werden. Vor allem die Regulierungskosten gilt es jetzt abzubauen, um so die negativen Folgen des EuroFranken-Wechselkurses für Unternehmen abzufedern. Hier ist ganz klar die Politik gefragt, welche jetzt handeln muss», stellt Philippe Dubois fest.

Marketingfunktion als Fokusthema

Die Lebenszeit eines Produktes und seiner Verpackung wird immer kürzer. Das beschleunigt Innovationen. Im Produktabsatz spielt die Marketingfunktion der Verpackung – das Jahresthema des SVI 2015 – eine enorm wichtige Rolle. Die Wichtigkeit der Verpackung im Kaufprozess wird oft unterschätzt. Die Bedeutung der Verpackung im Marketingmix wird einem aber bewusst, wenn er bedenkt, dass 80 Prozent aller Kaufentscheide am Point of Sales getroffen werden und die Verpackung dabei oftmals das Hauptargument für den Kauf liefert. Kurz zusammengefasst wirkt die Marketingfunktion in diesem Bereich auf drei Ebenen: Information, Identifikation und Kommunikation.


Die Vetropack-Gruppe übernimmt von der Firma Bormioli Rocco S.p.A das Glaswerk in Trezzano sul Naviglio und stärkt damit ihre Stellung auf dem italienischen Inlandmarkt. Im Geschäftsjahr 2014 verkaufte Vetropack über 20 Prozent ihres Exports an Kunden in Italien; dieser Marktanteil wird durch den Neuerwerb, das die Verpackungsglas-Sparte (Food and Beverage Division) der Bormioli Rocco repräsentiert, signifikant erhöht werden können. Die neue italienische Tochtergesellschaft produziert jährlich rund 140‘000 Tonnen Verpackungsglas. Sie beschäftigt 260 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz von fast 60 Mio. Euro.

 


Das «Safe Food»-Meeting 2015, welches am 11. und 12. Mai bei Nestlé in Vevey stattfand, war ein voller Erfolg. Das wachsende Interesse der Industrie, sich im Kampf gegen Nahrungsmittelverluste und -verschwendung zu engagieren, war in den Referaten sowie in informellen Pausengesprächen deutlich zu spüren. Am Meeting – dem ersten seiner Art am Standort eines Markenartiklers aus der Nahrungsmittelindustrie – haben 173 Teilnehmer aus 12 Nationen teilgenommen. Zukünftig sollen solche Treffen in den interpack-freien Jahren regelmässig ausgerichtet werden – jeweils bei einem anderen grossen Markenartikel-Unternehmen.

Die Initiative «Safe Food» ist eine Kooperation der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP und der Messe Düsseldorf GmbH gegen weltweite Nahrungsmittelverluste und -verschwendung. Die Initiative startete im Mai 2011 mit einem internationalen Kongress und einer Ausstellung im Rahmen der interpack in Düsseldorf mit dem Ziel, die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung miteinander zu vernetzen, den Dialog anzuregen und zu helfen, Lösungen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zu erarbeiten. Eigene «Safe Food»-Projekte sollen mit Unterstützung der Industrie initiiert und gefördert werden. Schon ein Viertel der aktuell verlorenen und verschwendeten Nahrungsmittel würde ausreichen, um die hungernde Weltbevölkerung zu ernähren. Tatsächlich werden im Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen – entweder, weil sie aufgrund falscher Lagerung oder ungeeigneter Transportmethoden verdorben sind, oder weil sie den Ansprüchen des Handels und der Verbraucher nicht mehr genügen. Zudem werden viele Nahrungsmittel von Konsumenten nicht verzehrt – etwa darum, weil sie zu grosse Mengen eingekauft haben. Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf (Bild rechts), freut sich: «Der enorme Zuspruch zeigt, dass die Initiative ihrem Ziel, Unternehmen und Institutionen für das Thema Nahrungsmittelverluste und -verschwendung zu interessieren und zu mobilisieren, gerecht wird. Ein Meeting vor Ort bei einem führenden Markenartikler wie Nestlé zu organisieren, hat sich als überaus erfolgreich erwiesen.» Marcela Villarreal, Director Office for Partnerships, Advocacy and Capacity Development bei FAO (Bild rechts), unterstrich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes mit Blick auf die gesamte Nahrungsmittelwertschöpfungskette: Die Erzeuger, Industrie, Politik und Zivilgesellschaft müssen zusammenspannen, um die Nutzung von Nahrungsmitteln zukünftig effizienter zu gestalten. Pascal Gréverath, Head of Environmental Sustainability beim Gastgeber Nestlé, wies darauf hin, dass die Zukunft durchaus auf den bereits erzielten Erfolgen bauen kann: In den letzten zehn Jahren wurde in den Nestlé-Werken die anfallende Menge zu entsorgender Abfälle – einschliesslich Lebensmittelabfälle – mehr als halbiert: «Wir fühlen uns ausdrücklich der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung verpflichtet und werden uns verstärkt in diesem Sinne engagieren.» Gréverath gab bekannt, dass in den Produktionsstätten und Vertriebszentren von Nestlé das Ziel «Null Abfälle zur Entsorgung bis 2020» gelte. Weitere Referenten stellten in ihren Statements einige erfolgreiche Projekte aus der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie sowie dem Handel vor – darunter solche der FAO, der UNEP sowie der Verpackungskonzerne IMA und Tetra Pak. Im Rahmen des Meetings wurde auch die neue «Safe Food»-Ausstellung gezeigt, welche detailliert das weltweite Ausmass von Lebensmittelverlusten und -verschwendung veranschaulicht und darüber hinaus eine Übersicht über verschiedene Projekte und Engagement vermittelt. Die modular aufgebaute Ausstellung wird 2015 u.a. an der Process Expo in Chicago und an der Scanpack in Göteborg zu sehen sein. Mehr zu diesem Thema steht unter www.fao.org/save-food sowie www.save-food.org.