Fast 300 Verpackungshersteller aus aller Welt kamen Ende Juni nach Mex bei Lausanne, wo die Bobst SA in ihrem Competence Centre eine Reihe von Maschineninnovationen – darunter mehrere Weltpremieren – vorstellte. Die Hausmesse Competence 15 fand unter dem Motto «Inspiring Business Solutions» und bot den Besuchern Maschinenvorführungen in den Bereichen Folienverbrauch-Optimierung, Faltschachtelherstellung, Serialisierung u.a. Weitere Neuheiten in verschiedenen Segmenten der Verpackungsbranche wurden im Rahmen einer Fachausstellung von einigen Bobst-Partnerunternehmen wie z.B. Hunkeler, H. B. Fuller, Marbach, Henkel u.a. präsentiert.

Philippe Milliet, Leiter des Bobst-Geschäftsbereichs Sheet-fed, erklärte am Vortag der Competence 15 vor internationalen Pressevertretern, dass die Idee des Anlasses nicht bloss darin bestand, die Neuentwicklungen aus dem Hause Bobst zu präsentieren. Neben vorgeführten Entwicklungen, «mit denen unsere Kunden bestimmte Anforderungen des Marktes besser meistern können» wolle Bobst vielmehr auch die Perspektiven aufzeigen, wie diese Kunden die Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen können. Gleich mehrere selbst entwickelte Neuheiten feierten an der Bobst-Hausmesse ihre Weltpremieren: Das gilt zum einen für die neue Folienlösung Foil Unwinder+, die beträchtliche Einsparungen beim Folienverbrauch ermöglicht. Zum anderen wurde mit der Visioncut 106 LER eine neue, sehr produktive Stanze mit Nutzentrennung vorgestellt. Diese war zudem mit der neuen digitalen Serialisierungslösung Expertcode (Bild) ausgestattet, mit der Verpackungshersteller die stetig steigenden Anforderungen von Kunden in aller Welt an die Codierung, Individualisierung und Rückverfolgbarkeit von Verpackungen abdecken können. Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Europapremiere der Novacut 106 ER, einer Stanze mit Nutzentrennung, die weltweit bereits vielen Kunden einen sehr kostengünstigen Einstieg in Inline-Nutzentrennung mit hoher Qualität ermöglichte. Diese Anlage wurde erstmals im vergangenen Jahr an der ExpoPrint in Brasilien gezeigt. Die grosse Anzahl von Premieren, welche an der Competence 15 zu sehen waren, bewies endrücklich die Innovationskraft des Lausanner Verpackungsmaschinenbauers. Und so ist es voll nachvollziehbar, wenn Emilio Corti, Verkaufsleiter des Bobst-Geschäftsbereichs Sheet-fed, mit Blick auf diese Markteinführungen - notabene ein knappes Jahr vor der nächsten drupa – auf die klare Verpflichtung seines Unternehmens zu kontinuierlicher Innovation hinwies.


Die in der Statistik des Schweizerischen Verpackungsinstitutes SVI erfassten 235 Betriebe erzielten 2014 mit 18'869 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,4 Mrd. Franken. Das entspricht einem leichten Wachstum von 0,4% im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der erfassten Betriebe erhöhte sich um zwei und der Beschäftigten um 200. Da es weiterhin keine amtliche Statistik gibt, werden die Zahlen zu Umsatz, Anzahl der Betriebe und Mitarbeitenden vom SVI erhoben.

Die nach Packstoffen getrennten Zahlen zeigen die Produktion auf, nicht den Konsum oder den Verbrauch von Verpackungen in der Schweiz. Die Entwicklungen sind je nach Packstoff unterschiedlich. SVI-Geschäftsstellenleiter Andreas Zopfi und SVI-Präsident Philippe Dubois (Bild: v.l.n.r.) gaben detailierte Packstoff-Zahlen des Vorjahres am 15. Juni 2015 an einer Medienkonferenz in Zürich bekannt: Bei Aluminium bliebt der Umsatz gegenüber 2013 unverändert. Bei Karton (-3,8%), Glas (-2,23%) sowie Stahl- und Weissblech (-18,0%) waren Rückgange zu verzeichnen. Gewachsen sind die Packstoffe Holz (+ 3,67%), Kunststoff (+0,99%) sowie Wellkarton (+ 0,25%). Auch bei Verpackungsmaschinen (+ 2,93%) konnte man ein Plus registrieren.

Rahmenbedingungen verbessern

Die wirtschaftliche Situation bleibt nach Auskunft der SVI-Leitung schwierig. Der Preisdruck von Seiten der Kunden sowie von ausländischen Anbietern sei enorm, was sinkende Margen bedeute. Für die Exportwirtschaft sei 2014 die Nachfrage in den europäischen Absatzmärkten deutlich rückläufig gewesen. Die Frankenstärke erschwere die Situation zusätzlich. Zur unsicheren wirtschaftlichen Lage kämen regulatorische Eingriffe seitens des Staates sowie Initiativen, welche das schweizerische Unternehmertum gefährdeten. Das habe auf die Erwartungshaltung eine dämpfende Wirkung. «Die Rahmenbedingungen für die schweizerische Wirtschaft müssen verbessert werden. Vor allem die Regulierungskosten gilt es jetzt abzubauen, um so die negativen Folgen des EuroFranken-Wechselkurses für Unternehmen abzufedern. Hier ist ganz klar die Politik gefragt, welche jetzt handeln muss», stellt Philippe Dubois fest.

Marketingfunktion als Fokusthema

Die Lebenszeit eines Produktes und seiner Verpackung wird immer kürzer. Das beschleunigt Innovationen. Im Produktabsatz spielt die Marketingfunktion der Verpackung – das Jahresthema des SVI 2015 – eine enorm wichtige Rolle. Die Wichtigkeit der Verpackung im Kaufprozess wird oft unterschätzt. Die Bedeutung der Verpackung im Marketingmix wird einem aber bewusst, wenn er bedenkt, dass 80 Prozent aller Kaufentscheide am Point of Sales getroffen werden und die Verpackung dabei oftmals das Hauptargument für den Kauf liefert. Kurz zusammengefasst wirkt die Marketingfunktion in diesem Bereich auf drei Ebenen: Information, Identifikation und Kommunikation.


Die Vetropack-Gruppe übernimmt von der Firma Bormioli Rocco S.p.A das Glaswerk in Trezzano sul Naviglio und stärkt damit ihre Stellung auf dem italienischen Inlandmarkt. Im Geschäftsjahr 2014 verkaufte Vetropack über 20 Prozent ihres Exports an Kunden in Italien; dieser Marktanteil wird durch den Neuerwerb, das die Verpackungsglas-Sparte (Food and Beverage Division) der Bormioli Rocco repräsentiert, signifikant erhöht werden können. Die neue italienische Tochtergesellschaft produziert jährlich rund 140‘000 Tonnen Verpackungsglas. Sie beschäftigt 260 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz von fast 60 Mio. Euro.