Die Kifa AG investiert in den Verpackungsbereich. Im März 2015 wurde am Sitz Aadorf die Europas wohl modernste Kistenfabrikationsstrasse in Betrieb genommen. Wer die neue Installation sieht, erkennt sofort, dass sie für das beinahe 100-jährige Traditionsunternehmen den Eintritt in eine neue Ära bedeutet. Dank dem Einzug der Digitalisierung in den Produktionsbereich eröffnen sich in der Kistenherstellung ganz neue Dimensionen.

Die neue Kistenfabrikationsstrasse wurde bei Kifa laut Ruedi Heim – der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Urs leitet – während fünf Jahren geplant und evaluiert. Da es nichts gab, was man hätte kopieren können, musste man alles bis in die Einzelheiten selbst entwickeln. «So gesehen handelt es sich bei unserer Investition praktisch um ein Prototyp», erklärt Ruedi Heim. Die Produktion könne jetzt viel schneller, flexibler und kostenoptimierter als bisher vor sich gehen. Die moderne Kistenfabrikationsanlage wird so die professionelle Herstellung von Holzverpackungen und -kisten in Aadorf weiter stärken. Die Investition unterstreicht, dass die Digitalisierung nun endgültig auch bei den Handwerksberufen Einzug gehalten hat. So werden heute Holzverpackungen – egal, ob Serien- oder Einzelanfertigung – am Computer geplant, gezeichnet und dann direkt auf die moderne Produktionsanlage geschickt. Die Geschwindigkeit der Fabrikation in Kombination mit der höchsten Präzision beeindruckt. Die Kisten und ihre Bestandteile werden in Windeseile und durch ausgeklügelte Roboter- und Fertigungstechnik hergestellt – alles mit Qualitätsholz aus der Region.


 

Die Georg Utz AG zeigte an der Empack 2016 in Zürich u.a. die neue schachtelbare Halbpalette UPAL-E, welche hauptsächlich als robuste Exportpalette zum Einsatz kommt. Mit den Aussenmassen 812 x 612 x 145 mm und dem aussenliegenden, 12 mm hohen Sicherungsrand bietet dieser Ladungsträger eine nutzbare Fläche von 800 x 600 mm. Zusammen mit den zur Rutschsicherung eingespritzten Noppenfeldern auf der Oberseite bietet die Halbpalette optimale Voraussetzungen für einen sicheren Transport. In ihrer Konstruktion wurde sie speziell für den Einsatz auf automatischen Rollenbahnen, Ketten- und Bandförderern ausgelegt. In Tests wurde das Ziel eines reibungslosen Handlings in der Intralogistik erreicht. So kann die Palette zum Beispiel versandfertig beladen, intern problemlos automatisch gehandelt, im Hochregallager eingelagert und als Ein- oder Mehrwegpalette spediert werden. Werden die Ladungsträger im Mehrwegkreislauf eingesetzt, können sie für den leeren Rücktransport mit einer Volumenreduktion von 65 Prozent ineinander geschachtelt werden; die Schachtelhöhe beträgt nur 50 mm. Dank den Flächen auf der Oberseite ist ein automatisches Handling mittels eines mit Saugnäpfen ausgestatteten Roboters möglich. Der seitliche Rand bietet zudem Platz für das Anbringen von Barcode-Etiketten oder Prägungen. Die Halbpalette UPAL-E wiegt 3,4 kg. Sie wird zu 100 Prozent aus UIC® PE (= Utz Industrial Compound – eine mit Neumaterial vergleichbare Regeneratmischung aus bekannten und qualifizierten Quellen) hergestellt. Die Georg Utz AG produziert in der Schweiz nur mit zertifiziertem Strom ausschliesslich aus Schweizer Wasserkraftwerken, d.h. aus CO2-neutralen Quellen.

Vor 50 Jahren wurde der erste RAKO-Behälter produziert. Noch heute ist der Bestseller nach dem genau gleichen Konzept wie 1965 aufgebaut und entspricht damit allen Anforderungen an einen modernen Kunststoffbehälter. Mittlerweile gibt es in diesem System weit über 500 Kombinationsmöglichkeiten. Anlässlich des runden Geburtstags blickt die Herstellerin Georg Utz AG in die Geschichte und beschreibt die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Gegenwart.

Die Geschichte


Die ersten Ideen und Skizzen zum RAKO – etwa 1964 entstanden – konnten aufgrund der damaligen Werkzeugtechnik noch nicht umgesetzt werden. Philip Schaniel, Leiter Technik und Qualitätsmanagement bei der Georg Utz AG in Bremgarten, bedauert: «Leider sind die Skizzen nicht mehr zu finden.» 1965 wurde für den Behälter 3-201 mit den Dimensionen 600x400x220 mm das erste RAKO-Spritzgusswerkzeug gebaut. Noch im selben Jahr folgten weitere Behältergrössen. Die ersten Varianten mit durchbrochenen Seitenwänden und die Deckel erschienen Ende 1966. Ab 1967 wurden die Ausführungen mit Grifflöchern auf der Kurzseite eingeführt und ab 1968 die ersten Einsatzbehälter.

Grosse Variantenvielfalt

Die typische Rahmen-Konstruktion – der RAKO übrigens seinen Namen verdankt – verleiht dem Behälter eine äusserst hohe Stabilität. Ähnlich wie beim Aufbau eines Tempels bilden die vier Eckpartien des Behälters die tragenden Säulen. Aufgrund der Erkenntnis, die RAKO-Eurobehälter überall einsetzen zu können – und der folglich stets steigenden Nachfrage – sind im Laufe der Jahre bei allen Grundmassen verschiedene, auf gegebene Logistiksysteme angepasste Höhen hinzugekommen. So umfasst diese Behälterfamilie heute 96 verschiedene Grössenvarianten. Mit den unterschiedlichen Seitenwand-, Boden- und Griffvarianten ergeben sich so weit über 500 Kombinationsmöglichkeiten. Damit ist RAKO eines der vielfältigsten Behältersysteme überhaupt. Bei seinen Produkten denkt Utz seit langem in Kreisläufen. Ein Kreislauf beschreibt den oft Jahrzehnte dauernden Einsatz eines Mehrwegprodukts, der andere steht für das schadstofffreie, wiederverwertbare Recyclingmaterial. So werden ausgediente, aus eigener Produktion stammende Behälter und Paletten wieder zurückgenommen und in der eigenen Recyclinganlage aufbereitet. Seit einigen Jahren werden dabei alle Utz-Produkte ausschliesslich mit zertifiziertem Naturstrom aus Schweizer Wasserkraftwerken produziert.


Die von Easyfairs zum vierten Mal veranstaltete Fachmesse Schüttgut Basel 2015 konnte in der ersten Maiwoche mit einer Weltpremiere aufwarten: Bei der von Schoeller Allibert vorgestellten Neuheit handelt es sich um eine für den Transport von Schüttgütern optimierte Variante des faltbaren Grossladungsträgers «Magnum Optimum». Die standardisierte Plattform bzw. Base des Magnum-Optimum-Systems mit den ISO-Massen 1'200 x 1'000 mm bietet zusammen mit vier unterschiedlichen, kompatiblen Wänden eine praktische Abfüllmöglichkeit für diverse Industriegüter. Ein Behälter kann mehr als 500 kg Last aufnehmen. Die neue Schüttgutvariante der im Baukastensystem konstruierten und vielfach bewährten Transportverpackung aus Polypropylen verfügt über eine spezielle, trichterförmige Bodenöffnung. Dieses 160 x 370 mm grosse Loch ist in der Base-Mitte angeordnet und mit einer Schiebeplatte aus Metall ausgestattet. Um den Behälter zu entleeren, genügt es, die Platte mit Hilfe einer integrierten Spezialvorrichtung zu schieben und dadurch den Boden zu öffnen.

 


«Raimo» hilft, wenn es um kontrollierte Entleerung von Big-Bags geht. Die Sackverpackungsspezialistin Relianz AG, Bonstetten, zeigte an der Schüttgut Basel 2015, wie man grobkörniges Material wie Kies, Dünger und ähnliche Waren mühelos segmentieren kann. Der Dispenser Raimo ist ein einfach durch Eindrehen des Gewindes zu montierender und mehrmals verwendbarer Aufsatz, der sich für alle handelsüblichen Big-Bags eignet. Die Vorgehensweise: Der separat gelieferte Verschlussring wird zuerst am Hauptteil des Dispensers befestigt. Anschliessend wird der Öffnungsschieber geschlossen und das Schraubkreuz durch Drehung im Big-Bag fest verankert. Nun kann der Verschlussring an den Big-Bag geschraubt werden. Im Gewinde sind zwei kleine Messer integriert, welche beim Drehen im Big-Bag ein Loch schneiden. Am Schluss wird der wiederverwendbare Auslaufstutzen befestigt. Für die Entleerung kommt der Öffnungsschieber zur Anwendung. Die Einrichtung hilft sowohl bei vollständiger als auch bei teilweiser Entleerung von Big-Bags. Die Abbildung zeigt Relianz-Geschäftsleiter Andreas Engeler bei der Vorführung der Raimo-Montage auf den Big-Bag (oben im Bild).