Vollautomatische Sortieranlage in Bern

Oktober 2, 2017280

Für das Trennen von Papier und Karton hat die Alpabern AG, ein Unternehmen der Barec-Gruppe, eine automatisch arbeitende Sortieranlage erstellt. Die Grossanlage wurde von Hunkeler Systeme AG geliefert. Als Generalunternehmung war sie von der Projektierung bis zur Inbetriebnahme verantwortlich. Neben der Konzeption der mechanisch-technischen Komponenten entwickelte Hunkeler Systeme die Software für die zentrale Anlagensteuerung.

Die Investition in die Sortieranlage ist Teil der neuen Recycling City Schermen, das die Barec-Gruppe an der Wölflistrasse in Bern errichtet und im September 2017 eröffnet hat. Die Sortieranlage ist für eine Jahreskapazität von 70‘000 Tonnen gemischter Fraktionen ausgelegt. Davon sind rund 30 Prozent Karton und rund 2,5 Prozent Fremdstoffanteil (Glas, Kunststoff). Der grosse Teil von ca. 70 Prozent ist Altpapier, das die Alpabern AG an Papierfabriken zur Herstellung von Zeitungspapieren liefert.

Über mehrere Stufen zur reinen Papierfraktion

Im Zentrum der Grossanlage steht eine Sortierstrecke. In einem mehrstufigen Prozess werden die gemischten Fraktionen weitgehend automatisch in die einzelnen Stoffe aufgeteilt. Das Ergebnis ist eine reine Altpapierfraktion, die in der Papierherstellung wiederverwertet werden kann. Das in der Recycling City angelieferte Material wird mittels Baggerfahrzeugen einem Aufgabebunker zugeführt. Über ein Steigband erreicht das Material die Sortierstrecke. Auf der ersten Sortierstufe trennt ein Ballistikseparator den schweren Karton vom leichteren Papier und den übrigen Fremdstoffen. Der grossflächige Karton fällt durch das eigene Gewicht auf ein Austragsband und wird in einer Ballenpresse zu 500 kg schweren Ballen verdichtet. Die Presse leistet bis zu 60 Ballen pro Stunde.

Präzise Trennung

Die im Papier verbliebenen Fremdstoffe werden in zwei weiteren Stufen aussortiert. Dazu kommt die sogenannte NIR-Spektroskopie (NIR: Near Infra-Red) zur Anwendung. Infrarot-Sensoren senden Energie einer bestimmten Wellenlänge aus. Indem die unterschiedlichen Stoffe in der Mischfraktion das Infrarot-Signal in einer spezifischen Wellenlänge reflektieren, erkennt das System einen bestimmten Stoff und meldet der Steuerung die exakte Position auf dem Transportband. Über Luftdruckdüsen, die über die Breite des Transportbands angeordnet sind, kann der Stoff gezielt aus der Fraktion ausgeschieden werden. Fremdstoffe, die im Papier verblieben sind, können in einem letzten Sortiervorgang manuell entfernt und über vier Abwurfstellen in sortenreine Fraktionen aufgeteilt. Das Personal arbeitet in einer geschlossenen Kabine mit ergonomischen Abwurfstellen. Am Ende des Sortiervorgangs verlassen rund 12 Tonnen Papier pro Stunde die Sortieranlage. Über ein Transportband werden Lastwagen automatisch befüllt.

Parallel manuelles Sortieren

Parallel zur grossen Sortieranlage trennt Alpabern den Inhalt von verschiedenen Fraktionen in einem manuellen Verfahren. Metall, Glas, Kunststoff und Papier werden vom übrigen Abfall getrennt und sortenrein entsprechenden Mulden zugeteilt. Auf einer Ballenpresse können das Papier oder der Kunststoff zu Ballen mit bis zu einer Tonne Gewicht bei einem Querschnitt von 1‘100 mal 1‘100 mm verdichtet werden. Auf der manuell bedienten Sortierstrecke arbeitet das Personal in einer klimatisierten, geschlossenen Kabine.

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