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Der Verband Intralogistik Schweiz (ILS) zählt heute 176 Mitgliedsunternehmen. 20 von ihnen sind Neumitglieder im Jahr 2025: Das ist ein neuer Rekord. Laut Verbandspräsident Peter Spycher gewinnt die Intralogistik für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft massiv an Bedeutung. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren stark in die Optimierung ihrer Supply-Chain investiert, jedoch die internen Material- und Informationsflüsse häufig kaum hinterfragt. Hier liege ein enormes, bisher ungenutztes Potenzial: Bereits mit vergleichsweise kleinen Investitionen lassen sich deutliche Produktivitätssteigerungen erzielen.

Wenn man bedenkt, dass sich die weltweite Roboterproduktion jährlich verdoppelt, wird sichtbar, wie tiefgreifend die Veränderungen in den nächsten Jahren ausfallen werden. Der Fachkräftemangel sei zwar ein allgegenwärtiges Thema, dennoch sieht Spycher in vielen Unternehmen zu wenig langfristiges Denken: «In zehn Jahren wird unsere Arbeitswelt fundamental anders aussehen – und wir werden nicht nur in der Produktion und Logistik, sondern auch im Dienstleistungssektor in weit höherem Mass automatisieren müssen. Woher all die benötigten Ingenieure und Fachkräfte kommen sollen, ist bislang ungelöst und stellt ein gesellschaftliches Schlüsselproblem dar.» Künstliche Intelligenz wird uns laut Spycher bei dieser Transformation unterstützen und neue Lösungen ermöglichen, die wir uns heute kaum vorstellen können. Doch KI sei kein Allheilmittel. Entscheidend sei, dass Unternehmen schon heute beginnen, ihre Prozesse ganzheitlich zu hinterfragen und strategisch auf eine automatisierte Zukunft hinzuarbeiten.

Peter Spycher sieht die Schweiz im internationalen Vergleich gut positioniert. Unsere Stärke liege in der engen Verzahnung von Mechanik, Software und Robotik – ein Zusammenspiel, das in dieser Form kaum anderswo zu finden sei. «Mit Institutionen wie der ETH verfügen wir zudem über einen hochleistungsfähigen Technologiecluster.» Dieser treibe Roboterinnovationen in der Branche entscheidend voran.

Herausforderung Fachkräftemangel

Die eigentliche Herausforderung bestehe jedoch nicht allein in der Technologie, sondern im Fachkräftemangel. Der Nachwuchs in technischen Berufen nimmt ab und es ist absehbar, dass weniger junge Menschen in diese Felder nachrücken werden. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen stark an. Branchen wie Pflege, Unterhaltung, Gastronomie und Hotellerie werden künftig verstärkt von einer älter werdenden, finanziell gut aufgestellten Bevölkerung nachgefragt. Das wachsende Vermögen ermöglicht vielen Menschen einen früheren Rückzug aus dem Erwerbsleben, was den Druck auf den Arbeitsmarkt zusätzlich erhöht.

Für die Intralogistik bedeutet das: Automatisierung und innovative Technologien sind unerlässlich, um die entstehende Arbeitskräftelücke zu schliessen und die hohe «made in Switzerland»-Qualität zu bewahren. Doch technologische Exzellenz allein genügt nicht. Wir müssen gleichzeitig sicherstellen, dass genügend Fachkräfte ausgebildet werden, um diese Systeme zu entwickeln, zu implementieren und zu betreiben. Nur die Kombination aus technologischer Innovationskraft und gezielter Talentförderung wird es der Schweiz ermöglichen, ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung werden die Berufe im Logistikumfeld anspruchsvoller und dynamischer. Genau das macht sie für junge Talente besonders spannend – vorausgesetzt, wir zeigen ihnen die Entwicklungspfade auf und machen die Vielfalt dieser Berufswelt erlebbar. Sichtbarkeit ist der Schlüssel: Berufsmeisterschaften wie die «SwissSkills», aber auch Fachmessen und praxisnahe Ausbildungsformate tragen wesentlich dazu bei, Interesse zu wecken und Talente langfristig für die Intralogistik zu begeistern.

Nachwuchsförderung am ILS-Stand der Fachmesse «LOGISTICS & AUTOMATION» in Bern

Die Intralogistik-Branche zeigt bereits heute eine starke Geschlossenheit: Am gemeinsamen ILS-Stand an der Fachmesse «LOGISTICS & AUTOMATION» in Bern präsentieren sich im Januar 20 Firmen, die trotz teilweise direkter Konkurrenz gemeinsame Interessen verfolgen. Das Bild von Sara Barth (rechts) zeig, wie intensiv der Meinungsaustausch auf diesem Gemeinschaftsstand im Jahr 2023 war: Er zeigte diese Kooperation als einen Baustein der Nachwuchsförderung, die sichtbar macht, wie vielfältig, modern und zukunftsorientiert die Intralogistik ist. Peter Spycher betont: «Am ILS-Stand setzen wir in Bern gezielt zusätzliche Akzente. Mit dem Stand-up-Panel zur Studienfahrt bieten wir einen lebendigen Einblick in die Innovationskraft der Branche und in der Kommunikationsecke mit Kaffee entsteht ein Ort für Austausch zwischen Fachleuten, jungen Talenten und Ausbildungsbetrieben. Ein zentraler Punkt ist zudem, dass wir alle Mitglieder aktiv auffordern, sich klar als Ausbildungsbetriebe zu kennzeichnen. Dazu werden wir alle mit einem Flyer anschreiben. Nur wenn sichtbar wird, wo junge Menschen einsteigen können, erhöhen wir langfristig die Attraktivität der Branche und schaffen echte Orientierung für die nächste Generation.»

 


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Der global agierende Verpackungsspezialist Schütz GmbH & Co. KGaA wurde mit dem Nachhaltigkeitspreis «Grüne Welle 2025» ausgezeichnet. Der international führende Hersteller von hochwertigen Industrieverpackungen (Intermediate Bulk Container IBC, Kunststoff- und Stahlfässer sowie Kanister) überzeugt mit seinem Engagement für Ressourcenschonung und regionale Wertschöpfung.

Vorreiter der Kreislaufwirtschaft für Industrieverpackungen

Das im Recyclingcenter gewonnene Kunststoffmaterial wird vollständig wiederverwertet. Der aufbereitete Recyclingkunststoff fliesst zu 100 Prozent in Verpackungskomponenten und in die Produktserie Green Layer ein. Durch den Einsatz des hochwertigen Rezyklats werden weitere 35‘000 Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden. Der Preisträger ist mit dem Rücknahmesystem «Schütz Ticket Service» ein Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft für Industrieverpackungen.

Schnelle Abholung und Rekonditionierung

SCHÜTZ verfügt weltweit über 70 Produktions- und Servicestandorte mit mehr als 7‘000 Mitarbeitern. Die vier Geschäftsbereiche PACKAGING SYSTEMS, ENERGY SYSTEMS, INDUSTRIAL SERVICES und COMPOSITES nehmen jeweils führende Positionen in ihren Märkten ein. Der Umsatz der Gruppe belief sich im Jahr 2024 auf 2,5 Mrd. Euro. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein vollständig kreislauffähiges Produkt- und Serviceangebot. Im Einklang mit seiner Nachhaltigkeitsphilosophie arbeitet der SCHÜTZ TICKET SERVICE in einem geschlossenen Kreislaufsystem, das die schnelle Abholung und Rekonditionierung entleerter Industrieverpackungen in allen wichtigen Industrienationen der Welt gewährleistet.

 

 

 

 

 

 

 

 


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Das nächste Schweizer Messeduo EMPACK + LOGISTICS & AUTOMATION findet am 28. und 29. Januar 2026 in Bern statt. Nach einem Jahr zieht die EASYFAIRS-Veranstaltung wie vorgesehen von Zürich in die Messehallen der Bernexpo um.

Die EMPACK zeigt Innovatives für Verpackungen in der kompletten Wertschöpfungskette: von Verpackungsmaterialien über -maschinen bis hin zu attraktiven Design- und PoS-Lösungen. Die Besucher sehen hier Innovationen aus dem gesamten Verpackungsteil der Wertschöpfungskette – von der kreativen Verpackungsentwicklungsphase bis hin zum technischen Verpackungs- und Abfüllprozess mit Verpackungsmaschinen. Die parallel zur EMPACK am gleichem Ort stattfindende LOGISTICS & AUTOMATION bewährt sich jährlich als etablierter Treffpunkt der Logistikindustrie in der Schweiz. Die beiden Fachmessen bilden zusammmen eine branchenübergreifende, zukunftsweisende Synergie aus Verpackungs- und Logistik-Know-how mit ergänzenden Ausstellungsbereichen. Im Januar 2025 wurde die Veranstaltung in Zürich durchgeführt, wo auf Ausstellerseite beider Messen zusammen über 200 Unternehmen und Partner vertreten waren. An beiden Messetagen fanden insgesamt mehr als 4’000 interessierte Fachleute den Weg ins Messekomplex in Zürich-Oerlikon. Wie in den früheren Jahren kann auch 2026 ein breites Spektrum an Verpackungs- und Logistikneuheiten erwartet werden. Die Besucher werden neben Bekanntem auch neuste Entwicklungen innovativer und nachhaltig wirtschaftender Unternehmen begutachten können. Bedeutende Impulse sind unter anderem in den zukunftsweisenden Sektoren KI und Ökologie zu erwarten.

 

 


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Die cargopack group ag – seit 2022 ein Teil der Nefab Group – tritt seit Anfang Oktober 2025 unter dem neuen Namen Nefab Schweiz AG. Alle bestehenden Geschäftsbeziehungen, Ansprechpartner und Verträge bleiben unverändert bestehen.

Nefab wurde im Jahr 1949 von den Brüdern Nordgren gegründet. Was als innovativer schwedischer Brotkastenhersteller begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem führenden globalen Anbieter von nachhaltigen Verpackungslösungen und Logistikdienstleistungen entwickelt, der globale Unternehmen auf der ganzen Welt beliefert. Seit den Anfängen hat Nefab einen langen Weg zurückgelegt, doch das einzigartige Erbe und die Kultur des Unternehmens prägen auch heute noch die Art und Weise, wie Geschäfte gemacht werden. Nach wie vor konzentriert man sich auf der Erfüllung der Kundenbedürfnisse durch kontinuierliche Innovationen, die dazu beitragen, die Kosten und den CO2-Fussabdruck in den Lieferketten weltweit zu reduzieren. Mit mehr als 75 Jahren Erfahrung, Kompetenz und Präsenz in mehr als 38 Ländern bietet Nefab globale Lösungen und lokalen Service für Unternehmen, die u.a. in Branchen Telekommunikation, Energie, Gesundheitsausrüstung und Bergbau tätig sind. Die Gruppe beschäftigt über 4’900 Mitarbeiter. Die Eigentümer sind die Familie Nordgren/Pihl und FAM AB, eine private Holdinggesellschaft innerhalb des Wallenberg Ecosystems. Gemeinsam mit Kunden werden Innovationen entwickelt, um intelligentere Verpackungs- und Logistiklösungen zu schaffen. Dabei werden die Menschen und hohe ethische Standards stets respektiert. Nefab betont, dass dies zu einer besseren Zukunft für ihre Kunden, die Gesellschaft und für die Umwelt beiträgt.

 

 

 


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Die transport logistic 2025, welche am 5. Juni nach 4-tägiger Dauer zu Ende ging, setzte technologische Schwerpunkte. Die traditionelle Veranstaltung zeigte auf der erweiterten Ausstellungsfläche von 150’000 m2 eindrücklich, was alles wir von Logistik heute erwarten können. Die 2’722 teilnehmenden Aussteller aus 73 Ländern beeindruckten auf dem Münchner Messegelände mit zukunftsgerichteten Exponaten und Lösungen hauptsächlich in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Der Anteil internationaler Aussteller stieg von 60 auf 65 Prozent. Eindrücklich war mit 77’000 Fachleuten aus über 130 Ländern auch die Anzahl der Besucherinnen und Besucher. Damit wuchs die Messe nicht nur in Fläche und Teilnehmerzahl, sondern auch in ihrer globalen Reichweite.

Laut Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München (Foto links), zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, dass unser Alltag ohne reibungslose Lieferketten zum Erliegen käme. Das deutliche Plus an Teilnehmern habe zu einer sehr lebendigen und positiven Atmosphäre geführt. Die Logistik spiele in unserer vernetzten Welt die zentrale Rolle: «Sie ist die Lebensader der globalen Wirtschaft.» Viele Teilnehmer empfanden den Messebesuch als einen starken Impulsgeber. Die aktuellen Herausforderungen und Innovationspotenziale spiegelten sich auf den Messeständen und auch in den Panels, Fachvorträgen und Workshops des Konferenzprogramms wider. Die integrierte air cargo Europe erlebte 2025 einen deutlichen Bedeutungszuwachs. Aufgrund des grossen Interesses belegte dieser Bereich erstmals zwei volle Hallen. Ein klarer Beleg dafür, dass die Luftfracht systemrelevant ist – etwa für Medizingüter, eCommerce oder zeitkritische Lieferungen. Tobias Jerschke, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Kühne+Nagel, meint, dass die Logistikwelt in München zuhause ist: Die transport logistic 2025 präsentiert sich in Zeiten höchster Volatilität mehr denn je als massgebende Plattform, die Innovationen stärkt und Markttreiber benennt, Kundendialoge ermöglicht und mit einem starken Netzwerkcharakter wichtige Impulse in die Branche strahlen lässt. Für mich ein gelungener Push für die Branche, insbesondere in den Top-Themen Technologie, KI und integrierte Logistikkonzepte.» Markus Heinelt, Director Cargo Development beim Flughafen München, betont: «Die transport logistic in Verbindung mit der air cargo Europe trägt zurecht den Titel als weltweite Leitmesse für Logistik. Nirgendwo anders findet man alle an der Supply Chain Beteiligten in dieser Form und Qualität.» Viel Dynamik, hohe Relevanz und konkrete Geschäftsansätze prägten die vier Messetage. Der internationale Charakter der Messe wurde besonders von Unternehmen geschätzt, die über verschiedene Verkehrsträger hinweg tätig sind. Laut Tobias König, CCO der Rhenus Group, ist Die transport logistic für Rhenus eine unverzichtbare Plattform für den direkten Austausch mit Kunden und Partnern. Dr. Frank Albers, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei KRONE Trailer, beurteilt den Messeverlauf wie folgt: «Die transport logistic ist für uns ein zentraler Branchentreffpunkt mit internationaler Strahlkraft. Hier kommen alle Verkehrsträger zusammen, um über Zukunftsthemen zu sprechen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.»

Die nächste transport logistic findet vom 26. bis 29. April 2027 in München statt.


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Nach drei Messetagen schloss die diesjährige LogiMAT am 13. März 2025 ihre Tore. Die zehn Hallen des Stuttgarter Messegeländes waren komplett ausgebucht. Es kamen insgesamt 65’719 Fachbesucher. 1’625 Aussteller (davon mehr als 300 Erstaussteller) aus 40 Ländern präsentierten sich auf mehr als 125’000 m2 Bruttoausstellungsfläche. Mehr als jeder dritte Aussteller reiste  aus dem Ausland an – davon ein Viertel aus Übersee und Asien. Unter den präsentierten Produktentwicklungen waren nicht weniger als 140 Welt- und Europapremieren – alle im Namen der Effizienz und Nachhaltigkeit in der Intralogistik.

Die Resonanz auf  war überwältigend: Begeisterte Stimmen in den Hallen, lebendige Diskussionen und der spürbare Teamgeist unserer Branche haben auch die LogiMAT-Ausgabe 2025 zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht. Mit Leidenschaft, Innovationskraft und Engagement zeigten die Teilnehmer, dass die Logistik mehr ist als Prozesse und Technologien: Sie ist eine treibende Kraft für Fortschritt und Stabilität. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es ermutigend zu sehen, wie stark und zukunftsorientiert die Branche agiert.

Die LogiMAT 2026 findet vom 24. bis 26. März in Stuttgart statt.


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Die Fleisch- und Proteinverarbeitungsindustrie steht vor grossen Herausforderungen. Preisdruck, Produktvielfalt und der anhaltende Fachkräftemangel erfordern effiziente Arbeitsprozesse, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Lösungsansätze bieten die zunehmende Automatisierung sowie innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz und Robotik: sie können die Produktivität steigern und die Betriebskosten verringern. Die Weltleitmesse IFFA – Technology for Meat and Alternative Proteins – zeigt vom 3. bis 8. Mai 2025 in Frankfurt am Main unter dem Motto «Maximale Performance», was bereits möglich ist und demonstriert, welche Weichen die Industrie jetzt stellen muss.

Die Automatisierung verbessert die Performance von Maschinen und Anlagen. Sie hilft zugleich, Produktionsausfälle zu vermeiden und Energie und Material zu sparen. In der Lebensmittelwirtschaft ist sie zum Beispiel bei Produktkontrolle und Rückverfolgung fast unumgänglich, um eine gleichbleibend gute Qualität zu gewährleisten und die hohen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus kann sie Herausforderungen wie steigende Kosten oder Fachkräftemangel begegnen.

Von Mischen bis zur automatisierten Verpackung und intelligenten Logistik

Eine prozessübergreifende Automatisierung in der Fleisch- und Proteinindustrie umfasst die Rohstoffaufbereitung mit Mischen und Zerkleinern über die Verarbeitung mit Portionieren, Füllen und Formen, die thermischen Prozesse wie Garen und Kühlen bis hin zur automatisierten Verpackung und intelligenten Logistik. Grundlage für viele automatisierte Prozesse ist die Erfassung und Analyse von Daten in Echtzeit. Moderne Sensoren liefern präzise Informationen über Temperatur, Feuchtigkeit, Gewicht und Druck. Ein Beispiel sind Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren in Kühlhäusern, um einen Temperaturanstieg und damit das Risiko von Kontaminationen zu verhindern. Gewichtssensoren überprüfen das Gewicht jedes einzelnen Fleischprodukts und sorgen dafür, dass die Verpackung den Spezifikationen entspricht. Das reduziert nicht nur den Materialverbrauch, sondern minimiert auch den Ausschuss und die Rückläuferquote. Die Sensoren zur Überwachung der Gaszusammensetzung in Verpackungen stellen sicher, dass die gewünschten Bedingungen konstant eingehalten werden.

Künstliche Intelligenz verbessert Prozessabläufe

Der Einsatz von KI hebt die Fleischindustrie auf ein neues Level, indem sie Maschinen befähigt, Daten aus verschiedenen Produktionsstufen nicht nur zu sammeln, sondern auch zu analysieren und daraus Handlungsmuster abzuleiten. Die industrielle Bilderkennung und -verarbeitung basiert ebenfalls auf KI-Modellen, die für den jeweiligen Anwendungsfall trainiert wurden. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die vorausschauende Wartung. KI-gestützte Systeme überwachen den Zustand von Maschinen und prognostizieren Ausfallzeiten. Mithilfe dieser Vorhersagen werden Wartungsarbeiten nur dann durchgeführt, wenn sie tatsächlich notwendig sind.

Neue Entwicklungsstufe dank Machine Learning

Industrieroboter sind mittlerweile auch in der Lebensmittelindustrie Standard, zumindest in grösseren Betrieben. Rund um die Uhr im Einsatz, können sie erhebliche Effizienz- und Produktivitätsgewinne erzielen. Dabei ist der Übergang zwischen konventionellen Spezialmaschinen und solchen mit integrierter Robotertechnik fliessend. Industrieroboter werden vor allem eingesetzt, um wiederkehrende Aufgaben zu übernehmen, wie sie typischerweise in der Fleischverarbeitung anfallen, beispielsweise schneiden, portionieren, verpacken, umhüllen, sortieren, aufnehmen oder platzieren.

Deutlicher Effizienzgewinn

KI hebt auch die Robotik auf einen neuen Entwicklungsstand. Generative KI kann sich durch «Machine Learning» selbstständig an neue Umgebungen und Situationen anpassen und ermöglicht Industrierobotern dadurch, autonomer und agiler zu agieren. Autonome mobile Roboter, ausgestattet mit Kameras und Sensoren, können ihre Umgebung selbstständig erfassen und analysieren. Sie suchen sich neue Wege, wenn Hindernisse die vorgesehene Route versperren und handeln selbständig in Situationen, die von der Norm abweichen. Damit helfen sie in unstrukturierten Fertigungsumgebungen sowie Lagern oder Logistikzentren, wo es um das Verpacken und Palettieren geht. Trotz der Vielfalt an Artikeln in solchen Verteilungszentren sind KI gestützte Industrieroboter in der Lage, die richtigen Waren auszuwählen, zu kommissionieren, fehlerhafte oder deformierte auszusondern und auch Packungsformate und Gewichte zu erkennen. Dabei erreichen sie Pickraten von 750 bis 1’400 Artikeln pro Stunde und können beispielsweise bis zu 200 Fleischprodukte pro Minute verpacken. Das ist ein deutlicher Effizienzgewinn im Vergleich zu manuellen Prozessen. Auch in punkto Präzision sind Roboter ihren menschlichen Kollegen überlegen. So können sie Fleisch schneller und exakter in einem ganz bestimmten Schnittwinkel zuschneiden und auf das gewünschte Gewicht und die ideale Form portionieren, was den Produktionsdurchsatz erhöht und den Rohmaterialverlust minimiert. Einen enormen Zugewinn an Flexibilität versprechen multifunktionale Roboterarbeitszellen, die auch in der Fleischindustrie nach und nach die traditionelle Linienproduktion ablösen werden.

 

 


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ADVERTORIAL

Die transport logistic, die vom 2. bis 5. Juni 2025 in München stattfinden wird, bietet als Weltleitmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management Einblicke in alle diese Themenbereiche. In vielen von ihnen nimmt die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz rasant zu. Während sich noch vor fünf Jahren nur knapp 15 Prozent deutscher Unternehmen mit KI beschäftigte, ist diese zukunftsweisende Technologie heute in aller Munde.

«Die Logistikbranche hat erkannt, welches Potenzial KI sowohl im Lager als auch beim Transport bietet und nutzt die Technologie gezielt, um Effizienz, Qualität und Produktivität zu steigern», kommentiert Dr. Bernhard Rohleder, der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom. Im Oktober 2022, als KI noch weniger als heute der Mittelpunkt der Gespräche war, stellte der Verband mit rund 400 befragten Logistikunternehmen folgendes fest:

  • Jedes fünfte Logistikunternehmen in Deutschland (22 Prozent) setzte bereits Künstliche Intelligenz ein, weitere 26 Prozent planten oder diskutierten den Einsatz – von der Bedarfsprognose über die Absatzplanung bis hin zur Transportoptimierung.
  • Mehr als die Hälfte der Logistikunternehmen (58 Prozent) sagte für die Künstliche Intelligenz in der Logistik eine grosse Verbreiteung voraus. Sie werde in Zukunft viele Aufgaben in der Logistik übernehmen. Als Beispiele wurden etwa die Routenplanung oder die Vermeidung von Leerfahrten genannt.
  • Die Mehrheit der Logistikunternehmen (56 Prozent) sah die Branche als Vorreiter bei der Digitalisierung. In der Gesamtwirtschaft waren es im Vergleich dazu nur 32 Prozent.

Die Logistikbranche steht der Digitalisierung laut Dr. Bernhard Rohleder offen und positiv gegenüber. Viele Unternehmen seien Vorreiter beim Einsatz digitaler Technologien. Durch den konsequenten Einsatz leistet die Logistik einen immmer grösseren Beitrag zur nachhaltigen und klimaschonenden Produktion sowie Mobilität.


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Vom 11. bis 13. März 2025 wurde Stuttgart erneut zum Hotspot der Intralogistik. Mit Weltpremieren und jüngsten technologischen Fortschritten untermauerte die Messe ihre Innovationskraft bei der Entwicklung von Produkten, Lösungsansätzen und Konzepten für effizienten Datentransfer, nachhaltige Materialien und intelligente, automatisierte Packprozesse. «Im Bereich Verpackung zeigten die internationalen Aussteller ihre aktuellen Neuentwicklungen und Innovationen für mehr Performance und umweltschonende Versandfertigung», sagte Messeleiter Michael Ruchty (Bild rechts). Zu den Messe-Innovationen zählten im weiteren neue Materialkombinationen und Behälter-basierte Mehrweglösungen.

Neue Verpackungslinien für Individualverpackungen

Die entsprechenden Neuheiten aus dem Bereich Verpackung präsentierten die Aussteller der Branche in Halle 6 auf dem Stuttgarter Messegelände. So stellte die Panotec S.r.l. die neuen Verpackungslinien Opera und Operetta für Individualverpackungen vor. Als vollautomatisches System für den E-Commerce erstellt Opera innerhalb von Sekunden Kartons nach Mass. Durch integrierte Erfassung der Produktabmessungen in Echtzeit verpackt Opera sowohl einzelne Artikel als auch Multi-Produkt-Bestellungen. Operetta ist hingegen auf das Verpacken fragiler, instabiler oder mehrerer Artikel in Kartons mit individuell angepasster Höhe, Breite und Tiefe ausgelegt. Ebenfalls auf die Anforderungen im E-Commerce ausgelegt ist die neue Papierverpackungsmaschine Papertec 95/5 Comtex, die die BVM Brunner GmbH & Co. KG zeigt. Das System ist eine Komplettlösung zum Versenden von verschiedensten Artikeln in Papierverpackungen – vollautomatisch, ohne Formatumstellung, inklusive Adressetikettierung. Mit Speedpack Hybrid präsentierte überdies Kopp Verpackungssysteme e. K. eine neue Füll- und Verschliessmaschine zur schnellen, sicheren Verpackung unterschiedlicher Produkte. Die Maschinen sind standardmässig mit einem Etikettendrucker für separate Etiketten oder einem Thermotransferdrucker für den direkten Druck auf die Beutel ausgestattet und sollen bis zu 100 Pakete pro Stunde verarbeiten können.

Weltweit erste automatisierte Multi-Beutel-Maschine

Mit der Premiere von T-Plast!, der weltweit ersten automatisierten Multi-Beutel-Maschine, stellte Niverplast B.V. eine Weltneuheit vor. Mit einer Kapazität von bis zu 54 Beuteln pro Minute verarbeitet sie vorgefertigte Easy-Open-T-Shirt-Beutel mit einer Dicke von nur 10 μm. Die T-Shirt-Beutel werden in einer Box platziert und können ohne Betriebsunterbrechung nachgefüllt werden.

Lösung für die Trayverpackung im Briefkastenformat

Der niederländische Maschinenbauer Lantech stellte in der Halle 1 aus. Auf dem Stand des Unternehmens wurde auch die mit dem vollautomatischen System Parcel Pack im vergangenen Jahr vorgestellte neue Lösung für die Trayverpackung im Briefkastenformat präsentiert. Der TE Parcel Tray Erector und der LA Parcel Lid Applicator des Systems produzieren pro Stunde bis zu 1’000 Briefkastenverpackungen.

Fertigungsreststoffe beim Etikettieren eliminiert

Mit den RFID-Anwendungen rücken die Neuheiten auf Material- und Maschinenebene im AutoID-Bereich in den Fokus. Die Unternehmen der AutoID- und Kennzeichnungstechnik waren auf der LogiMAT 2025 weitestgehend in Halle 2 konzentriert. Für den AIM-D e.V., Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (Auto-ID) und Mobile IT-Systeme, sind die Ident-Technologien «Enabler» der aktuellen Optimierungs- und Transformationsprojekte, der Prozessautomatisierung und der intelligenten Vernetzung von Informationen aus Produktion und Logistik, Transport und Verkehr. Mit der Verknüpfung unterschiedlicher Technologien bieten sie intelligente, technologisch aktuelle Lösungen für nahezu jede Anforderung der Automatisierung und digitalen Transformation. Das beginnt bei den Materialentwicklungen und reicht bis zur Einbindung von Robotik und KI. So stellt der Etiketten- und Etikettiermaschinenhersteller Herma GmbH neben einer kompletten Etikettierstrasse das trägerpapierfreie, in ersten Ländern bereits patentierte InNo-Liner Etikettenmaterial (Bild links) vor, das Fertigungsreststoffe beim Etikettieren nahezu eliminiert. Etikettieren mit Cobot und Applikator verspricht die Cab Produkttechnik GmbH & Co KG. Auf der LogiMAT ergänzten am Cab-Messestand kollaborative Roboteranwendungen bewährte Beschriftungsdisziplinen. Dabei bedrucken neue HQ-Applikatoren Linerless-Versandetiketten ganz ohne Trägerband und applizieren sie auf bis zu 25 Kartons pro Minute. Abfälle aus Trägerpapier und Transferfolien entfallen. Zudem wurde ROXI, ein neuer Etikettenapllikator im Mid-Range-Sektor vorgestellt. Er spendet bedruckte Selbstklebetiketten bei Bandgeschwindigkeiten von bis 30 Metern pro Minute direkt auf die Verpackung oder das Produkt.

 

 


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ADVERTORIAL

Vom 11. bis 13. März 2025 wird Stuttgart erneut zum Hotspot der Intralogistik. Über 1’600 internationale Aussteller präsentieren in zehn Messehallen auf 125’000 m2 neueste Lösungen und Technologien rund um Intralogistik und Prozessmanagement. Themen wie Künstliche Intelligenz, Ergonomie und die Sicherung von Fachkräften für die komplexen Aufgabenstellungen der Branche stehen dabei im Fokus.

Neben wegweisenden Innovationen erwartet die Besucher wie gewohnt ein hochkarätiges Rahmenprogramm. In der LogiMAT Arena teilen führende Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in 15 Expert Forums ihr Wissen zu aktuellen Themen und sorgen sicher für Gesprächsstoff.

In den Hallen 4 und 7 geben Unternehmen in den Exhibitor Insights spannende Einblicke in ihre Technologien und Produkte. Live-Demonstrationen, wie das Tracking & Tracing Theatre in Halle 2 oder die Ladungssicherung in Halle 9, geben Handlungsempfehlungen aus der Praxis. Im Anwenderforum Mobile Robotik in Halle 6 bieten Experten Entscheidungshilfen für die FTS-Projekte. Tipps für den Berufs- und Quereinstieg sind am letzten Messetag am Matchmaking-Event im LogiMAT Campus erhältlich.

 



Über uns

Die Fachzeitschrift spi swisspack international mit Logistik-Praxis erscheint viermal jährlich in deutscher Sprache in einer Auflage von 4200 Exemplaren. Jede Ausgabe berichtet aktuell und lebendig über die verwandten Fachbereiche Verpackung und Logistik und verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen ihnen.