Undichte Verpackungen sind nach wie vor einer der Hauptgründe für die Rückgabe von Waren durch Einzelhändler. Während Fleischverarbeiter nach nachhaltigeren Verpackungsoptionen suchen, bleiben eine effektive Versiegelung der Schalen und die Lecksuche ein wichtiger Faktor für Unternehmen, die auf bewährte Schutzgasverpackungen (MAP) setzen.
Tara O’Connor, Produktmanagerin für Schalenversiegelungsmaschinen (Tray Sealer) bei Ishida Europe (Bild rechts), erläuterte Massnahmen, mit denen sich die Ausfallrate von Verpackungen reduzieren lässt, auf der IFFA 2025 in Frankfurt a. M. In der Schweiz wird Ishida durch die ITECH AG vertreten.
Viele Einzelhandelsunternehmen verfolgen das Ziel, ihre Fleischwaren verstärkt in nachhaltigen Verpackungsmaterialien anzubieten. Monomaterial-Verpackungen lassen sich besser recyceln, und bei Vakuum-Skin-Verpackungen kommt man mit einer geringeren Kunststoffmenge aus, ohne die Haltbarkeit zu beeinträchtigen. Aktuell gilt aber das Verpacken unter Schutzgas (Modified Atmosphere Packaging/ MAP) weiterhin als die beste Option für viele Produkte, bei denen Frische und verlängerte Haltbarkeit wichtige und von Verbraucher gewünschte Eigenschaften sind. Die Gründe dafür sind offensichtlich. Im Vergleich zur Vakuum-Skin-Technologie kosten MAP-Verpackungen in der Regel weniger. Das ist vor allem bei preiswerteren Fleischwaren ein Faktor. Ausserdem wirkt die Produktpäsentation in schutzgasverpackten Einheiten attraktiver – zumal die Verbraucher es gewohnt sind, Fleischwaren in Trays mit Folienabdeckungen zu sehen.
Wirksam versiegeln
Welchen Weg sowohl die Fleischverarbeiter als auch die Einzelhändler einschlagen werden, ist zurzeit offen: Wird es einen höheren Anteil an Fleischprodukten in Skinverpackungen geben oder bleibt der Einzelhandel bei MAP? In jedem Fall müssen Fleischverarbeiter sicherstellen, dass ihre MAP-Verpackungen wirksam versiegelt sind und die Produkte nicht zu früh verderben. Tara O’Connor warnt: «Die Ablehnung der Ware durch den Einzelhandel hätte nicht nur finanzielle Einbussen, sondern auch Reputationsschäden zur Folge.»
Zukunftssichere Lösung mit neuen Traysealern
Vor diesem Hintergrund sollten sich die Entscheider in Fleischverarbeitungsbetrieben damit beschäftigen, wie sie die Leckagefreiheit bzw. Versiegelungsintegrität ihrer MAP-Verpackungen sicherstellen, ohne die Produktivität des Verarbeitungsprozesses zu beeinträchtigen. Diese Aufgabe stellt sich auch deshalb, weil neue Generationen von Traysealern ausserordentlich zuverlässig und hoch produktiv sind. Damit bieten sie eine sehr gute und zukunftssichere Lösung für die aktuellen und künftigen Herausforderungen in Bezug auf Kostensteigerungen, Leistung, Betriebseffizienz und Nachhaltigkeit. Der neueste Traysealer QX-800 von Ishida kann beispielsweise MAP-Verpackungen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 17 Zyklen pro Minute verarbeiten. Das ist ein hoher Durchsatz. Darüber hinaus verfügt er über ein sehr wirkungsvolles mechanisches Versiegelungssystem, das Versiegelungen in reproduzierbarer Qualität gewährleistet. Das patentierte Tray-Transfersystem minimiert das Risiko von Produktverlust beim Transport der Trays durch die Maschine. Aus Sicht der Fleischverarbeiter ist auch die Flexibilität der QX-800 ein grosser Vorteil: Sie kann unterschiedliche Formate verarbeiten und dabei von MAP- auf Skin-Verpackungen umstellen. Der Anwender kann also alternative Verpackungstechnologien einsetzen, ohne in neue Maschinen und Produktionsflächen investieren zu müssen.
Mikroleckagen vermeidbar
Ein weiterer Aspekt, der für die weitere Verwendung von MAP-Verpackungen spricht, ist eine praxisgerechte Technologie zur Beseitigung einer seit langem bekannten Schwachstelle. Durch mikroskopisch kleine, mit blossem Auge nicht zu entdeckenden Mikroleckagen in Folien und Verpackungen können die im MAP-Prozess verwendeten Gase entweichen und die Produktintegrität beeinträchtigen. Diese Undichtigkeiten sind so klein, dass die entsprechenden Verpackungen teilweise sogar einen Bersttest bestehen, bei dem sie hohem Luftdruck ausgesetzt werden, um Schwachstellen zu identifizieren. Die üblichen und bekannten Massnahmen zur besseren Erkennung der Mikrolecks sind einfach, aber auch fehleranfällig und personalintensiv. Ein Mitarbeiter kann die Verpackung zusammendrücken, um zu fühlen, ob Luft entweicht. Oder die Verpackungen werden manuell in ein Wasserbad getaucht und auf Gasblasen untersucht.
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Präzise Leckageprüfungmit AirScan
Die Integration einer zuverlässigen In-line-Leckageerkennung für MAP-Anwendungen bietet eine echte und deutlich bessere Alternative zu den genannten Verfahren. Ein solches Verfahren hat Ishida mit dem AirScan-Leckagesystem entwickelt. Es kann bis zu 160 Verpackungen pro Minute prüfen und CO2-Leckagen aus Öffnungen von nur 0,5 mm erkennen. Das Konzept: Auf die Verpackung wird leichter Druck ausgeübt. Mit einem Lasersensor erkennt der AirScan austretendes CO2 als Bestandteil der Schutzatmosphäre und veranlasst das Ausschleusen der entsprechenden Verpackungen. So können Fleischverarbeiter ihren Durchsatz steigern und zugleich die Integrität der Verpackung einem 100-prozentigenTest unterziehen – ohne menschliches Eingreifen.
Wenn Anforderungen ändern
Die von Einzelhändlern vorangetriebene Forderung nach nachhaltiger Verpackung ist sicherlich richtig. Dabei können und werden MAP-Verpackungen weiterhin eine Rolle spielen. Denn Fleischverarbeiter können diese bewährte Best Practice-Technologie nutzen, indem sie das Verschliessen der Trays mit einer Inline-Leckageerkennung kombinieren. Die MAP-Ausfallraten sowie deren finanzielle und rufschädigende Auswirkungen werden so reduziert – und gleichzeitig Fleischprodukte mit langer Haltbarkeit in einer sicheren und optisch ansprechenden Verpackung hergestellt. Moderne Maschinen wie der AirScan und die QX-800 von Ishida können somit dazu beitragen, die Versiegelungsintegrität auch unter sich ändernden Wünschen und Anforderungen in Bezug auf Produktsicherheit, Nachhaltigkeit und regulatorische Bedingungen zu erfüllen.